Frankfurter Studie - Exzessive Computernutzung bei Jugendlichen

Wie süchtig macht das Internet?

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Frankfurts Jugendliche verbringen im Schnitt 3,5 Stunden am Tag im Internet.

Frankfurt – Neben Alkohol, Tabak und Cannabis hat sich bei den Frankfurter Jugendlichen ein neuer Suchttrend entwickelt: Auch Glücksspiele und das Internet werden für die jungen Menschen immer reizvoller. Von Fabienne Seibel

Vor allem für Jungs sind Glücksspiel und Computernutzung ein wachsendes Problem. Das zeigen die Ergebnisse der Drogenstudie Monitoring System (MoSyD) Drogentrends des vergangenen Jahres. Bereits seit 2002 lässt das Frankfurter Drogenreferat von der Goethe-Uni jährlich 1500 15- bis 18-Jährige zu Drogenkonsum und Medienverhalten befragen.

„Das Glücksspiel gewinnt bei Jugendlichen zunehmend an Bedeutung“, sagt Regina Ernst, Leiterin des Frankfurter Drogenreferats. Stadträtin Rosemarie Heilig fügt hinzu: „Auch der virtuelle Raum mit Nutzung des Internets ist etwas, das wir zukünftig genau beobachten müssen.“ Laut der Studie verbringt ein Teil der Jugendlichen bis zu dreieinhalb Stunden täglich im Internet. „Das ist eine erschreckend hohe Zahl und hauptsächlich durch die Benutzung von Smartphones möglich“, sagt Bernd Werse von Centre for Drug Research der Frankfurter Goethe-Uni. Dabei stellte sich heraus: Jungs verbringen zehnmal so viel Zeit wie Mädchen vor dem PC. Die exzessive Computernutzung gilt zwar offiziell nicht als Sucht, aber Rosemarie Heilig sagt: „Wir müssen immer die Augen offen halten und neue Trends beobachten, um schnell reagieren zu können.“

Häufiger Griff zum Joint

Ebenfalls weniger erfreulich ist, dass Frankfurts Jugendliche wieder häufiger kiffen. Über den erhöhten Cannabiskonsum sagt Werse: „Woran das liegt, dass Jugendliche wieder mehr kiffen, darüber kann man spekulieren. Ich denke, Drogenkonsum hängt mit jugendkulturellen Trends zusammen und scheinbar ist es derzeit ,in’, zu kiffen.“ Während nur drei Prozent der befragten Mädchen zum Joint greifen, kiffen ganze zehn Prozent der Jungs regelmäßig. Dabei spielt auch der Handel mit Cannabis-Ersatzprodukten wie Spice bei den 15- bis 18-Jährigen eine Rolle.

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Auch in diesem Jahr wird die MoSyD durchgeführt. „Bei der Drogenpolitik benötigt man einen langen Atem und mann muss schnell und innovativ auf Neues reagieren, deshalb müssen wir dran bleiben“, sagt Heilig.

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