Sogar Frauen sind bekehrt

Neuer Hipster-Trend: Pfeife paffen wie Opa

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Region Rhein-Main – Pfeife ist nur was für Opa? Von wegen! Immer mehr Szene-Gänger und Hipster greifen zur Tabakspfeife und machen aus dem totgesagten Rauchgerät einen schicken Mode-Trend – und sogar Frauen stopfen jetzt selbst. Von Christian Reinartz 

Birgit Herrtwich zeigt eine 3000-Euro-Pfeife.

Wie so meist ist der Trend zur Pfeife über den großen Teich geschwappt. Erst waren es nur ein paar durchgeknallte Barträger auf der Videoplattform Youtube, die sich beim Pfeiferauchen filmten und Tabake testeten. Mittlerweile ist der Trend auch in der Realität des Rhein-Main-Gebiets angekommen. „Die Nachfrage nach Pfeifen steigt“, bestätigt Birgit Herrtwich. Sie ist Chefin des Traditions-Tabakhauses Büttner in der Nähe der Frankfurter Hauptwache. Über 700 Stücke hat sie in ihren Schubladen und Regalen. Von günstigen Modellen bis hin zu 3000-Euro-Einzelstücken. Nur wenige kennen sich so gut aus in der Materie wie sie. „Und auch das Alter der Kunden hat sich verändert“, sagt Herrtwich. „Zwar würden immer noch die Stammkunden im gesetzten Alter kommen. „Aber es gibt auffällig viele junge Menschen, die sich plötzlich eine Pfeife zulegen.“ Diesen Trend beobachte sie seit gut einem halben Jahr. „Ich habe mittlerweile sogar vier Frauen, die bei mir Pfeifentabak kaufen.“

Sogar Frauen greifen immer öfter zur Pfeife

Befeuert wird der Trend von unzähligen Videos und Gruppen in sozialen Netzwerken, wo es ausschließlich ums Pfeiferauchen geht. Da werden Selfies mit Pfeife im Mund und Qualmwolke gepostet, über Tabake diskutiert und darüber, welche Pfeifenform die beste ist.

Für Herrtwich ein Zeichen, dass der Trend nicht nur ein kurzes Aufflackern sein wird. „Pfeiferauchen hat etwas meditatives. Im Moment probieren viele junge Menschen das aus und kommen so auf den Geschmack.“

Pfeife rauchen erfordert viel Zeit

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Dass der Szene-Trend nicht ganz ungefährlich ist, zeigen die Aufschriften auf den Tabakdosen. Dort wird, genauso wie auf Zigarettenschachteln vor möglichen gesundheitlichen Folgen gewarnt. Herrtwich: „Das kann man auf keinen Fall wegreden, aber man muss eben auch sehen, dass der Rauch bei der Pfeife nicht inhaliert wird.“ Dennoch erhöht sich auch beim Pfeiferauchen das Risiko, etwa an Krebs zu erkranken. Herrtwich stellt aber klar: „Alle Studien gehen dabei immer davon aus, dass die Menschen bis zu acht Pfeifen pro Tag rauchen. Jeder kann sich also selbst ausrechnen, wie hoch das Risiko ist, wenn man sich mal am Wochenede eine ansteckt.“ So sieht es auch Pfeifenraucher David. Er kommt aus Frankfurt, ist 26 Jahre und raucht mit seinen Freunden seit drei Monaten regelmäßig. Er ist überzeugt: „Heutzutage könnte man wegen des Rauchverbots gar nicht so viele Pfeifen pro Tag rauchen, denn eine Pfeife dauert 45 Minuten. Und die hat man höchstens mal abends.“

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