Alexander Simon

Neuer Bürgermeister: Eppstein braucht endlich seinen Masterplan

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Der Schein trügt, er nimmt die Aufgaben seiner Stadt nicht auf die leichte Schulter: Alexander Simon ist seit einer Woche offiziell Eppsteins neuer Bürgermeister.

Eppstein –Alexander Simon ist Eppsteins neuer Bürgermeister. Mit ihm soll die Stadt Standortvorteile weiter ausspielen und neue hinzugewinnen. Von Dirk Beutel

 Er ist ein Kind dieser Stadt. Und für sie versucht er nun als neuer Bürgermeister das Beste herauszuholen. Gleich im ersten Wahlgang kassierte Alexander Simon am 22. September mit 51,1 Prozent aller Stimmen die absolute Mehrheit ein. Vor einer Woche wurde er offiziell in sein Amt eingeführt. Mit seinen erst 32 Jahren gehört er zu den jüngsten Bürgermeistern in Hessen. Doch wer sein Alter in Verbindung mit mangelnder Sachkenntnis in Verbindung bringt, beißt bei dem Juristen auf Granit. Mit 20 Jahren steigt er in die Stadtverordnetenversammlung und in den Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt ein, später kommt der Haupt- und Finanzausschuss dazu. Zusätzlich wird er Ortsvorsteher in Bremthal. Im Jahr 2009 übernimmt er den Job als Erster Stadtrat. Als Peter Reus im April überraschend verkündet, dass er sein Bürgermeisteramt vorzeitig beendet, wird er von der CDU als Nachfolger ins Rennen geschickt. Bis zur Wahl fährt Simon zweigleisig, erledigt seine Aufgaben und die des Bürgermeisters. An dieser Aufgabenverteilung hat sich bis heute nichts geändert. Denn der Posten des Ersten Stadtrates steht zur Diskussion. Man könnte ihn einsparen, was bei der klammen Kommune sicher nicht verkehrt wäre. Allerdings wäre es Simon lieber, dass es einen Nachfolger gäbe, man sei in der Verwaltung ohnehin schon knapp aufgestellt.

Vollversorger in der Altstadt geplant

Schließlich habe man für die Zukunft und die Stadtentwicklung einiges vor. Außer bei der Kinderbetreuung. „Da können wir einen Haken dran machen“, sagt Simon. Eppstein hat eine Betreuungsquote von fast 50 Prozent. Simon: „Das ist ein echter Standortvorteil, auf den wir setzen.“ Und es gilt weitere auszubauen, wie etwa neue Firmenansiedlungen im Gewerbegebiet Bremthal. Drei Unternehmen haben bereits Grundstücke gekauft. Darunter eine Nussfabrik, ein Baugewerbe-Dienstleister aus dem Münsterland, der eine Filiale aufmacht und eine Spielhalle. Bereits im Vorfeld hatte die Stadt dreimal erfolgreich gegen eine Ansiedlung in der Innenstadt geklagt. Damit allerdings nicht der Verdacht der Verhinderungsplanung aufkomme, habe die Stadt dem Betreiber eine Alternative anbieten müssen. „Wir haben uns da die Entscheidung nicht leicht gemacht.“

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Ebenfalls auf Simons Agenda: Ein Vollversorger in der Altstadt. Doch dieser Vorschlag stößt nicht bei allen auf Gegenliebe, vor allem die bereits ansässigen Läden fürchten die Konkurrenz. „Aber es ist belegt, dass uns Kaufkraft verloren geht. Deshalb wollen wir das Angebot hier stärken, vor allem für Berufstätige, die außerhalb arbeiten“, sagt Simon.

Doch Simon hat auch den Blick für die Schwachstellen: „Was uns definitiv fehlt, ist ein Masterplan. Ein Konzept, wie Eppstein in 20, 30 Jahren aussehen soll“, sagt Simon. Helfen soll dabei ein Programm des Landes Hessen, für das man sich 2015 bewerben will. Doch auch die Bürger sollen sich beteiligen. Weiteres Defizit: Das mangelnde Angebot für ältere Menschen. „Es fehlt schlicht an seniorengerechten Wohnungen, auch in Verbindung mit betreutem Wohnen“, sagt Simon. Doch man habe mit einem 4000 Quadratmeter großen Grundstück, das der Kirchengemeinde St. Laurentius gehört, ein Ass im Ärmel. Es wäre ein weiterer Standortvorteil.

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