Für junge Mädchen

Onlineberatung gegen Sexismus vorgestellt

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Vier Vertreterinnen des Frankfurter Mädchenparlamentes, Hajar und Saraa Boulaich, Carina Reinsch sowie Nadine Gebhardt (von links), haben die neue Onlineberatung für Mädchen mit vorgestellt.
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Frankfurt –Provokante Aufkleber wie „Ich möchte nicht dumm angemacht werden“ oder auch„Sexismus ist ein Arschloch“ geben die klare Botschaft vor: Frankfurter Mädchen wehren sich gegen Sexismus im Alltag. Dabei helfen soll jetzt eine neue Online-Beratung. Von Oliver Haas 

Die frisch geschaltete Seite www.fem-onlineberatung.de soll für junge Mädchen zwischen zwölf und 25 Jahren eine neue Austausch- und Beratungsstelle sein, wenn es um Sexismus im Alltag geht. In dieser Woche stellten das Frankfurter Frauenreferat, das FeM Mädchenhaus sowie vier Mitglieder des „Frankfurter Mädchenparlaments“ die neue Seite vor. Die neue Onlineplattform ist laut Stadträtin Sarah Sorge das Herzstück des Frankfurter frauenpolitischen Jahresschwerpunktes „Respekt. Stoppt Sexismus.“

Forum wird fachlich begleitet

Zwei Jahre lang wurde die Homepage www.fem-onlineberatung.de vom FeM Mädchenhaus entwickelt. Auch das Mädchenparlament gab Anregung für die Gestaltung der Seite. Auf der neuen Website können junge Frauen zwischen zwölf und 25 Jahren Erfahrungen und Informationen austauschen – auch anonym. Neben einem offenen Forum, dass von einer Beraterin fachlich begleitet und moderiert wird, sind auch reichlich Fachartikel etwa zum Thema Sexismus zu finden. „Für Mädchen in Not ist es viel leichter, wenn sie sich im Internet Hilfe holen können als im realen Leben. Über manche Probleme kann man im Netz besser sprechen, weil es anonym ist“, sagt Nadine Gebhardt.

Mädchen wird weniger zugetraut

Die 17-Jährige geht auf die Karl-Oppermann-Berufsschule in Frankfurt. Sie absolviert eine Ausbildung als Metallbauerin und habe in einer 20-köpfigen Klasse als einziges Mädchen bereits oft erlebt, dass ihr nichts zugetraut wird – nur weil sie ein Mädchen ist. „Aber mittlerweile wird das schon akzeptiert, dass ich auch was kann.“ Aber auch Lehrer würden unglücklich handeln, indem sie zum Beispiel immer nur Jungs fragen, ob sie beim Stühle oder Tische schleppen helfen. Und auch Aussagen wie: „Klar bist du schlecht in Mathe, du bist ja auch ein Mädchen“, habe sie bereits hören müssen.

 

Info: Frankfurter Mädchenparlament

Das Frankfurter Mädchenparlament wurde im April gegründet und nahm seine Arbeit am 8. Juni auf. Es ist kein gewähltes Parlament, sondern ein Zusammenschluss von bis zu 20 Mädchen aus verschiedenen Schulen und Mädchenprojekten. Sie treffen sich einmal im Monat im Frauenreferat und bereiten den Internationalen Mädchentag am 11. Oktober dieses Jahres vor.

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Oliver Haas

Oliver Haas

E-Mail:oliver.haas@extratipp.com

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