René und Patricia Rudolph leben und arbeiten auf der Burg

Das ist das neue Kastellan-Paar auf Burg Eppstein

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Schlüsselmeisterin und Torwächter: Patricia und René Rudolph, hier mit Patenkind Daria, sind die neuen Hüter von Burg Eppstein.

Eppstein – Zwischen Burgromantik und der Hektik eines Burgwächters: René und Patricia Rudolph sind das neue Kastellan-Paar von Burg Eppstein. Von Dirk Beutel 

Es ist ein Ehrenamt aber so zeitintensiv wie ein echter Vollzeitjob: Patricia Rudolph ist offiziell die neue Kastellanin der Burg Eppstein. Zusammen mit ihrem Mann René sind die beiden Wächter und Hüter von Burg Eppstein und haben sich dafür unter sieben Bewerben für das Amt durchgesetzt. Seit dem 1. Juli wohnt das Paar im Burgwarthäuschen. „Aber wir sind noch dabei, uns einzufuchsen“, sagt die gelernte Raumausstatterin.

Doch das Amt und damit die Nachfolge von Eberhard Höpfner haben sie schon am 1. Mai übernommen – direkt zur ersten Walpurgisnacht auf der Burg. „Wir bekamen den Schlüssel in die Hand gedrückt und haben die erste Nacht auf der Burg mit Isomatte und Schlafsack verbracht“, sagt die 46-Jährige.

Kuriose Zwischenfälle und Verantwortung

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Und kurios kann es im dem historischen Gemäuer auch mal werden. René Rudolph erinnert sich noch an eine ältere Dame die in ihrem Auto plötzlich vor dem Osttor stand: „Sie hat mich tatsächlich gebeten, das Westtor zu öffnen, damit sie durch die Burg fahren könne.“ Am Ende musste er den Wagen selbst wieder hinunter rangieren. „Man ist immer irgendwie beteiligt“, sagt René Rudolph, der als Sachbearbeiter am Flughafen arbeitet. Und auf der Burg ist außer im Winter fast immer etwas los: Ob Museumswächter, die Burgschauspieler, die Mitglieder des Burgvereinsmitglieder oder eben die Touristen: Für alle sind die Rudolphs Ansprechpartner, Helfer, Wegweiser und natürlich Informationsquelle. Sie kümmern sich um Besucher, betreuen das Museum, verkaufen Tickets für Veranstaltungen, erledigen kleinere Reparaturen und halten das Eppsteiner Wahrzeichen sauber. „Selbst wenn noch der letzte Gerüstmonteur um vier Uhr morgens aus der Tür geht, müssen wir da sein und abschließen“, sagt Patricia Rudolph.

Ehepaar besitzt auch stilechte Gewänder

Dafür gibt es zumindest eine Aufwandsentschädigung, die mit der Miete verrechnet wird. „Man muss schon in die Burg verliebt sein.“ Und das ist der 45-Jährige seit Kindestagen. „Schon als Bub habe ich immer davon geträumt mal dort oben zu wohnen“, sagt der gebürtige Niederjosbacher. Und in seiner Frau hat er auch noch die perfekte Ergänzung gefunden: „Ich liebe das Mittelalter und bin von der ersten Sekunde an von der Burg fasziniert“, sagt sie. Die Garderobe stimmt auch noch: In ihrem Kleiderschrank finden sich stilechte Gewänder, die sie zu bestimmten Anlässen tragen will. Darüber hinaus kann die Mutter dreier erwachsener Kinder nun auch ihr Schauspiel-Talent unter Beweis stellen. Und zwar bei der Jubiläumsveranstalung des Burgvereins „Mit Fug und Recht“ am 16. und 17. August jeweils von zehn bis 17 Uhr. Dabei handelt es sich nicht um ein Ritter-Spektakel wie man es kennt, sondern vielmehr um authentisches Leben auf der Burg mit Musik, Tanz- und Spielszenen sowie zwei Schlachtszenen um die Burg. „Ich werde eine Bettlerin spielen“, verspricht Patricia Rudolph. Und ihren persönlichen Lieblingsort hat sie auch schon: Ganz klar, den Altangarten. „Wenn niemand mehr da ist und die Burg angestrahlt ist, setze ich mich dort auf eine Bank und genieße den vermutlich besten Blick auf die Stadt. Das kann eben auch nicht jeder.“

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