Tot nach Vollnarkose

Frankfurter Zoo trauert um Netzgiraffe Edita

Frankfurt - Die Mitarbeiter des Frankfurter Zoos mussten sich in der vergangenen Woche von Netzgiraffe Edita verabschieden. Das Tier hatte sich eine schwere Verletzung zugezogen und musste untersucht werden. Die Behandlung überlebte sie nicht.

Schon einige Tage zuvor hatten Mitarbeiter bei der 17 Jahre alten Giraffe eine Schwellung im unteren Gesichtsbereich bemerkt. Sie kam sofort in tierärztliche Behandlung. „Wildtiere verstecken Schmerzen und Krankheiten, denn im Freiland werden verletzte Tiere schnell Opfer von Feinden“, sagte Zoodirektor Manfred Niekisch. „Eine Strategie, die im Freiland hilft, bei kranken Tieren im Zoo eine Behandlung aber kompliziert macht.“ Eine Narkose sei bei Giraffen zudem das letzte Mittel, denn bedingt durch den langen Hals hätten die Tiere einen äußerst empfindlichen Kreislauf. „Eine Vollnarkose stellt stets ein sehr hohes Risiko dar.“ Da sich trotzt intensiver Behandlung keine Besserung einstellte, entschied man sich dennoch, Edita in Narkose zu legen. Dabei zeigte sich, dass die Giraffe eine schwere Entzündung im Mund- und Halsbereich hatte, die Zunge war in Mitleidenschaft gezogen und der Mund- und Rachenraum vereitert. Die Entzündung stammte wohl von einer inneren Verletzung.

„Wie sich die Giraffe diese Wunde zugezogen hat, ist bislang völlig unklar. Von der pathologischen Untersuchung erwarten wir in den nächsten Tagen genauere Klärung. Fest steht aber schon jetzt, dass Operationen das Tier nicht hätten retten können“, sagte Niekisch weiter. Edita verstarb während der Untersuchung, wahrscheinlich an Herzversagen.

red

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