Zwischen zwei Toten ein Lacher

Nele Neuhaus liest in Frankfurter Kursana Villa aus ihrem aktuellen Taunus-Krimi

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Nele Neuhaus (links) wird in der Kursana Villa Frankfurt von der stellvertretenden Direktorin Susanne Boger begrüßt.

Frankfurt – Filmemacher haben mit den Krimis der Autorin Nele Neuhaus ein leichtes Spiel. Die sogenannten Location-Scouts, die nach den besten Drehorten suchen, sind überflüssig. Das erklärte die bekannte Autorin in Frankfurter Kursana Villa bei einer Lesung ihres aktuellen Krimis.

„Wo die Geschichte spielt und wo der Mord passiert, das ist im Krimi genau beschrieben, dort kann man auch drehen“, sagte die 48-jährige Schriftstellerin am Mittwochabend bei einer Lesung in der Kursana Villa Frankfurt, wo sie von der stellvertretenden Direktorin Susanne Boger begrüßt wurde und viele ihrer Bücher signierte.

Und tatsächlich müssen sich die Regisseure bei der Verfilmung der Geschichten nur an den Text halten. Das Hochhaus hinter dem Parkplatz bei dem Möbelhaus mit dem großen roten Stuhl in Eschborn beispielsweise ist einer der Orte, an denen Nele Neuhaus einen Heckenschützen von oben abdrücken lässt. Es knallt auf dem Dach, und ein paar hundert Meter weiter unten trifft die Kugel am helllichten Tag einen Menschen auf dem Parkplatz. Der erste Tote liegt am Boden und die Story nimmt ihren Lauf.

Organspende ist ihr ein persönliches Thema

Zwischen den Leichen in ihrem neuesten Buch „Die Lebenden und die Toten“ gibt es bei der Lesung in der Kursana Seniorenvilla in der Eschersheimer Landstraße immer wieder Lacher in den Reihen der rund 120 Besucher. Das liegt nicht an den mörderischen Szenen, sondern an den lustigen Erzählungen von Neuhaus. Die Autorin beschreibt bei ihrem Besuch bei Kursana detailliert, wie sie den Ort findet, an dem ein Heckenschütze seine grausame Tat realisiert.

Hinter dem Titel des jüngsten Krimis steckt eine Herzensangelegenheit der Autorin: Organspende. Nele Neuhaus hält viel davon, wenn sich jemand entscheidet, anderen nach dem Tod vielleicht durch eine Transplantation das Leben zu retten. Doch der moralische Druck, unbedingt einen Spendenausweis haben zu müssen, gefalle ihr nicht, sagt die Autorin, die viele Jahre lang Blutspenderin war und eine Herzoperation hinter sich hat.

Nächster Neuhaus-Krimi kommt zur Buchmesse

Der nächste Krimi von Nele Neuhaus, der im Oktober zur Buchmesse erscheinen soll, werde wieder lang, mehr als 500 Seiten, sagt sie. Damit lässt sie Kritik, die jüngste Geschichte des Ermittler-Duos Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein in „Die Lebenden und die Toten“ sei langatmig gewesen, links liegen. Auch der Hinweis auf die zu große Zahl der Akteure, die in ihren Krimis ausführlich beschrieben werden, tangiert Nele Neuhaus nicht. In einem Taunus-Dorf lebten viele Menschen und deshalb gehörten auch viele Typen in die mörderische Story, macht sie bei der Lesung klar – und kündigt für das achte Buch eine Personenliste an, die den Lesern den Überblick erleichtern soll. red

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