ZDF verfilmt Taunus-Krimi bei Dieburg

Wenn Nele Neuhaus Wind säht, gibt’s Tote

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Eine 40-köpfige Crew drehte Szenen des Krimis „Wer Wind sät” von Nele Neuhaus. Schauplatz war die Mühle bei Hergershausen. Eine abgerichtete Krähe spielt darin eine mystische Rolle.

Hergershausen/Taunus – Eine alte Mühle am Ortsrand von Hergershausen bei Dieburg ist Drehort für den neusten Film der Bad Sodener Krimi-Autorin Nele Neuhaus. Der EXTRA TIPP war am Set dabei. Von Jens Dörr

Als Thomas Winter die Mühle am Ortsrand Hergershausens vor wenigen Jahren kaufte, um sie nach und nach zu einem beliebten Ziel für Ausflügler und Gesellschaften zu entwickeln, hätte er sich wohl kaum träumen lassen, dass Gehöft und Fachwerk einmal Kulisse für einen Krimi im ZDF-Hauptprogramm werden würden, eine abgerichtete Krähe dort krächzt und schauspielert und sogar ein Mord geschieht.

All das war vergangene Woche der Fall: Eine 40-köpfige Crew drehte tagelang Szenen für Nele Neuhaus’ Taunus-Krimi „Wer Wind sät“.

Ausstrahlung im Herbst 2015

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Der 90-minütige Fernsehfilm wird im Herbst 2015 im Zweiten zu sehen sein. „Das ZDF will solche Krimis immer in der düsteren Jahreszeit senden“, sagte am Donnerstag Produzentin Annette Reeker. Sie spürte das Neuhaus-Buch – die Autorin lebt seit ihrer Kindheit selbst im Taunus – auf, erhielt mit der Firma all-in-production schließlich den Zuschlag für die Verfilmung. Ein Projekt, das 23 Drehtage dauert und mehr als eine Million Euro verschlingt. „Für solch einen TV-Krimi ein normaler Betrag“, so Reeker.

Ein kleiner Teil fließt als Entschädigung an Winter – an dessen Mühle in den vergangenen Tagen dann auch rein gar nichts war wie immer. Der muskulöse Besitzer staubte zugleich eine Statistenrolle ab, fällt für eine Sequenz einen Baum einige hundert Meter von seiner Immobilie entfernt.

Kein passender Drehort im Taunus

Er erinnert sich: „Eines Tages stand einer bei mir vor der Tür und fragte, ob die Mühle für einen Filmdreh zur Verfügung gestellt werden könnte.“ Das sei ein Location-Scout gewesen, der Tipps aus der Region bekommen habe, sagt Reeker. Der Film spielt offiziell im Taunus, wo im Treppenhaus einer fiktiven Kelkheimer Firma für Windkraftanlagen der Nachwächter tot aufgefunden wird. Im Taunus habe man keinen solch passenden Drehort wie in Hergershausen gefunden, gibt sie zu. Das Ermittlerduo Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff (Tom Bergmann und Felicitas Woll) finden später auch noch den brutal hingerichteten Sprecher einer Bürgerinitiative „Keine Windräder im Taunus”. Autorin Neuhaus sei begeistert gewesen, wie es auch die Produzentin ist.

Echte Taunus-Schauplätze sind im Film dennoch zu sehen: Ein Gasthaus in Kelkheim, die Villa Winter in Kronberg und der Kleine Feldberg.

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