Wer ist der Frevler?

Naturkrimi in Urberach: Verärgerte Bürger suchen Baum-Schänder

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Wüste Kräfte wirkten in Urberach entlang eines Feldweges. Doch wer war es? Viele Bäume und Sträucher wurden rabiat beschädigt.
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Rödermark  - Naturliebhaber aus Urberach sind mächtig sauer. An einem beliebten Spazierweg sind auf gut 300 Metern Länge zahlreiche Bäume und Sträucher beschädigt worden. Wer ist für den Frevel verantwortlich? Von Oliver Haas 

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Wenn Waltraud Groh  mit ihrem Cockerspaniel Emily Gassi geht, genießt sie normalerweise die friedliche Flora und Fauna an den Feldwegen von Rödermark-Urberach. Doch diese Idylle wurde Ende Februar rabiat vernichtet. An dem Feldweg in der Verlängerung des Bergweges an der Adlerstraße wurde ein Bild der Zerstörung hinterlassen.
Auf etwa 300 Metern sind Eichenbäume sowie Ableger von Pflaumen- und Mirabellenbäumen umgeknickt, abgerissen oder fast entwurzelt worden. Der 64-jährigen Naturliebhaberin blutet das Herz: „Ich verstehe nicht, wer so etwas macht. Wir sind doch hier bei uns froh, dass wir nicht diese Hektik, den Dreck und die mutwilligen Zerstörungen aus einer Stadt haben. Und dann das!“

"Ein Unding, was da passiert ist"

Ihre Nachbarin Regina Michel pflichtet ihr bei: „Es ist ein Unding, was da passiert ist, und es tut weh, wenn man sowas sehen muss.“ Doch wer hat dies zu verantworten? Licht ins Dunkel dieses Krimis könnte ein Augenzeuge bringen. Martin Mertineit  hat die Tat von Weitem beobachtet: „Ich war mit meinem Dackel unterwegs und habe gesehen, was passiert ist.“ Immer wieder sei ein Radlader vom Weg rückwärts in die Bäume und Büsche gefahren. „Ich habe mich schon gewundert, was dieser Unsinn soll. Näher konnte ich nicht, weil mein Hund sehr schreckhaft ist.“ Ein schlimmer Verdacht wird indes in der Nachbarschaft geäußert: Wurden hier schlicht noch schnell vor der Brut- und Setzzeit die überhängenden Sträucher und Äste mit dem Radlader vom Wegrand weggedrückt?

Selbst die Stadt Rödermark wird verdächtigt

Denn: Für das ordentliche Zurückschneiden der Pflanzen könnte es schon zu spät gewesen sein. Nach dem Hessischen Naturschutzgesetz darf vom 1. März bis 30. September, diese Zeit gilt als Brut- und Setzzeit vieler Wildtiere, nicht zurückgeschnitten werden. Sollte tatsächlich jemand das Verbot auf diese rabiate Art umgangen haben? Selbst die Stadt Rödermark steht als Missetäter in Verdacht. Doch die Verwaltung beteuert ihre Unschuld: „Wir wissen nicht, wer das war. Den Auftrag für die Aktion mit dem Radlader haben wir nicht erteilt. Schließlich stehen die Bäume auf Privatgrundstück“, sagt Rödermarks Pressesprecher Heiko Friedrich. Es bleibt spannend im Naturkrimi von Urberach.

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Oliver Haas

Oliver Haas

E-Mail:oliver.haas@extratipp.com

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