Das ist die Nahrung der Zukunft: Maden statt Steak

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Ein Haufen Maden auf dem Teller: In vielen Ländern essen Menschen die Protein-Bomben gebraten oder frittiert.

Offenbach – Leckere Larven, Grillen vom Grill und knackige Käfer könnten in Zukunft auch in Offenbach auf den Teller kommen. Die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) wirbt für die Nahrung der Zukunft, da die Zucht von Insekten weniger aufwändig ist. Von Angelika Pöppel

Ernährungsberater René Pietz aus Offenbach.

„Eiweiß ist Eiweiß“, sagt Ernährungsberater René Pietz aus Offenbach. Insekten erfüllen die gleiche Nahrungsfunktion wie Fisch und Fleisch. Nur sind die kleinen Krabbeltierchen auf dem Teller sehr gewöhnungsbedürftig.

„Knusprig wie Chips schmecken gebratene Insekten“, weiß Baris Kaja, Geschäftsführer des Manitou in Frankfurt. Sein Restaurant bietet indianische Küche. Bei ihm kommen auch Heuschrecken, Larven und Raupen in die Pfanne: Leicht angebraten mit etwas Salz und dazu Kartoffelbällchen. Die Gäste greifen am liebsten zu Maden und Heuschrecken und sind vom Geschmack begeistert. „Die Nachfrage ist sehr hoch“, sagt Kaja.

Insekten sind gute Alternative zu Fleisch

Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung hält Insekten für eine gute Alternative zu Fleisch. Denn sie liefern viel Eiweiß und sind daher sehr nahrhaft. Dass Insekten in Zukunft auch in Deutschland Fleisch und Fisch ablösen, sei laut Gahl denkbar. Denn die Aufzucht kostet weniger Energie und Futtermittel. Außerdem sind die kleinen Tierchen wahre Protein-Bomben. Sie enthalten meist doppelt so viel Eiweiß und Vitamine, als beispielsweise Rind- oder Schweinefleisch.

Insekten-Fridallen in Zukunft im Supermarkt?

Die Kampagne der FAO will Insekten auch Europäern schmackhaft machen. Dafür müssen aber noch „Verarbeitungstechnologien“ entwickelt werden. Auch Pietz ist überzeugt, dass die Tierchen für den deutschen Markt speziell verarbeitet werden müssten. Statt Fischstäbchen kämen wohl Insektenstäbchen in den Supermarkt. „Es muss schon so aussehen, wie wir es gewohnt sind“, sagt Pietz. Mit Aromastoffen könne man auch erreichen, dass sich eine Insekten-Frikadelle geschmacklich nicht von einer herkömmichen unterscheidet. Lebensmittel seien ohnehin schlecht gekennzeichnet: Woher die tierischen Eiweiße stammen, sei oft nicht klar, sagt Pietz: „Mich würde es nicht wundern, wenn schon heute Insekten in vielen Produkten verarbeitet sind.“

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