Flut von Zuschriften

Nach EXTRA TIPP-Artikel: Leser bestätigen Kritik an Post

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Region Rhein-Main – Nach dem Artikel „Wenn der Postmann gar nicht klingelt“ wird die Redaktion mit Leserzuschriften geradezu überflutet. Alle haben eines gemeinsam: Die Enttäuschung über die Arbeit der Post. Von Christian Reinartz 

Es ging in dem Artikel „Wenn der Postmann gar nicht klingelt“ um schlampige Postfahrer, die Pakete im Hausflur abstellen, anstatt sie zur Wohnungstür zu bringen oder um falsch eingeworfene Abholscheine. Für viele Leser offenbar ein längst überfälliger Bericht. Denn so selten, wie Postsprecher Stefan Heß die Leser glauben lassen wollte, scheinen die Unregelmäßigkeiten offenbar nicht zu sein. Heß hatte versichert, dass die Post ihre Paketfahrer kontrolliere und Zustellquoten erhebe, anhand derer ungenaue Paketfahrer schnell auffallen. Die zahlreichen Leser, die der Redaktion von ihrem Ärger berichteten, haben davon bisher aber nichts gemerkt.

Alles stimmte, aber Paket wurde zurückgeschickt

So schreibt Sybille Scheiner: „Ich kenne das Problem auch. Ich bin behindert und muss dann jedes Mal jemand organisieren, der das Paket abholt. Die Krönung war aber, dass ein Paket zweimal zurück geschickt wurde, obwohl alle Angaben gestimmt haben. Ich hatte aber auch schon Pakete, bei denen ich ohne die Sendungsverfolgung gar nicht gewusst hätte, dass das Paket schon zugestellt ist und bei welchem Nachbar es gelandet ist. Beschwerden sind da schon zur Freizeitbeschäftigung geworden.“ Ein anderer schreibt auf www.extratipp.com: „Ich habe mir nach Avisierung einer wichtigen Lieferung auch schon einmal an einem Freitag einen halben Tag frei genommen, um das Paket rechtzeitig zu erhalten. Kein Klingeln, dafür eine Benachrichtigung im Briefkasten, ich könne meine Sendung ab Montag in der Postfiliale abholen. Ähnliches gab es bereits öfters. Meine Erwartungshaltung ist in den letzten Jahren keineswegs „immer weiter gestiegen“. Ich möchte, dass mir mein Paket zugestellt wird, für das ich knapp sechs Euro Transport- und Zustellkosten entrichtet habe. Die sind allerdings in den letzten Jahren tatsächlich immer weiter gestiegen.“

"Die Post soll das machen, wofür sie bezahlt wird"

Auch Leser Michael Windecker hat klare Worte für die Post: „Ein persönlicher Kontakt zu dem Paketboten kann überhaupt nicht mehr hergestellt werden, da fast täglich jemand anderes die Pakete austrägt. Ich habe von fünf Sendungen gerade einmal zwei erhalten. Der Rest ist irgendwo auf dem Transportweg verschollen. Pakete liegen mal vor der Haustür, mal irgendwo, mal werden Benachrichtigungen eingeworfen, die Sendung jedoch nicht in einer Filiale abgegeben, sondern zwei Tage lang spazieren gefahren.“ „Die Deutsche Post AG soll einfach nur das machen, wofür sie bezahlt wird, mehr nicht. Ich sehe da keine übertrieben Forderungen seitens der Empfänger. Mir ist bewusst, dass die Zusteller überlastet sind. Aber die Post ist ein Wirtschaftsunternehmen, das eine Leistung, für die der Kunde zahlt, zu erbringen hat“, sagt Gabriel Wojcki. Postsprecher Stefan Heß stellt klar: „Ich wollte niemandem die Schuld zuschieben, sondern nur eine gesellschaftliche Entwicklung darstellen.“ Der Sache will er nun auf den Grund gehen und die Situation im Rhein-Main-Gebiet genauer unter die Lupe nehmen. „Wenn wir einen Fehler gemacht haben, dann gibt es daran nichts zu deuteln.“

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