Es muss nicht immer perfekt sein

+
Karin Menzel, Leiterin der Mode-Design-AG an der Albert-Einstein-Schule in Schwalbach, erklärt Schülerin Parwana, wie man richtig näht.

Schwalbach – Nicht mehr shoppen gehen, sondern sich selbst ein Kleid oder T-Shirt nach eigenen Vorstellungen nähen. Das können die Schülerinnen der Mode-Design-AG an der Albert-Einstein-Schule in Schwalbach. Von Silke Gottaut

Höhepunkt des Schuljahres war für die Jugendlichen diese Woche der Besuch von Jung-Designerin Isabelle Asfour. Normalerweise ist im Raum der Mode-Design-AG das Quasseln der Mädchen und das leise Rappeln der Nähmaschinen zu hören. Doch am Mittwoch war es ganz leise, als Jung-Designerin Isabelle Asfour vor 13 aufgeregten Schülern stand.

Kreativ ist wichtig. Es muss nicht immer perfekt sein“, sagt Asfour, die vor zwei Jahren den Modepreis Rhein-Main gewann. „Auch aus Plastik kann man Mode machen“, erklärt die 24-Jährige und zeigt dabei einen durchsichtigen Plastiktopf, den sie in einem Baumarkt gekauft hat. Um ihn wickelt sie ein paar braune Deko-Bänder – fertig und stylisch ist ein Hut.

Jung-Designerin und Make-Up-Artist Isabelle Asfour schminkte die zwölfjährige Deborah.

Doch der Höhepunkt für die Mädchen kommt erst noch: Ein Strahlen blitzt über die Gesichter, als sich ein einige von ihnen von Asfour, der Jung-Designerin, Model und gelernten Make-Up-Artist, schminken lassen. Auf die jungen Gesichter macht Asfour ein wenig Make-Up, schwarze Wimperntusche und rosa Lipgloss. „Das sieht wirklich toll aus“, sagt die zwölfjährige Deborah und grinst vor sich hin, als sie sich im Spiegel betrachtet.

Dass die Schüler heute eine Mode-Design-AG an ihrer Schule haben, haben sie der 16-jährigen Parwana zu verdanken. „Ich habe schon als Kind daheim gerne genäht. Und hier an der Schule fehlte noch solch eine AG.“ Vor drei Jahren wurde ihr Wunsch dann von Medienpädagoge Rolf Gosses erfüllt.

Die Mädchen haben sehr viel Spaß am Nähen“, sagt Karin Menzel, Leiterin der Mode-Design-AG. „Sie können hier kreativ sein und ausprobieren, was sie wollen.“ Egal ob Taschen, Abendkleider, Röcke, T-Shirts oder Kissen. Alles ist machbar.

Doch nicht nur der Umgang mit der Nähmaschine gehört zum Nähen dazu. Sondern auch Entwürfe zu zeichnen und den dazu passenden Stoff auszusuchen. Und das macht Deborah am Liebsten. „Für meine Tasche habe ich mir einen schwarz-weißen Stoff ausgesucht und mein Strandkleid wird weiß.“ Die elfjährige Niggina dagegen steht eher auf Buntes: „Meine Hot Pants habe ich aus einem Stoff mit Blumenmuster genäht. Und mein Rock ist lila-weiß-schwarz gestreift.“

Für eine eigene Modenschau steht den jungen Designerinnen jetzt nichts mehr im Wege. Denn sie können nicht nur selbst ihre Röcke, Kleider, T-Shirts und Taschen nähen – sie können auch selbst für das passende Styling in ihren Gesicht sorgen.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare