Museumswetter statt Bilderbuch-Sommer

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Historische Hausfrauenarbeit zeigt Sylvia Michels vom Hessenpark.

Frankfurt – Zu nass, zu kalt, zu dunkel: Ausgerechnet die Sommerferien sind dieses Jahr ins Wasser gefallen. Profitiert haben davon die Museen in der Region. Manche Ausstellungsstätten hatten im Juli sogar doppelt so viele Besucher wie sonst zu dieser Zeit. Von Mareike Palmy

Eigentlich sollte der Sommer die Hochsaison für Freibad und Eiscafé sein. Doch dieses Jahr ist alles anders. Mieses Wetter verdirbt den Spaß im Freien. Gut für viele Kultureinrichtungen, denn die freuen sich über deutlich mehr Besucher. In den letzten Monaten flüchteten bereits Tausende ins Trockene.

Das Dialog Museum hatte im Juli fünf Prozent mehr Besucher als im Vorjahresmonat.

Christian Alberth, Verwaltungsleiter des Goethe Hauses in Frankfurt, muss sich die Besucherzahlen gar nicht anschauen, um ein deutliches Plus zu erkennen: „Das Goethe Haus ist ganzjährig ein Touristenmagnet, aber mein Gefühl sagt mir, wir waren besser frequentiert als im Vorjahr.“

Besucherandrang gab es auch im Science Center Experiminta an den Mitmach-Stationen.

Rund 21.000 Besucher konnte der Hessenpark in Neu-Anspach im Juli verzeichnen. Ein deutliches Plus für eines der größten Freilichtmuseen in Deutschland. „Wir können diese Jahr nicht klagen. Der Hessenpark ist natürlich stark wetterabhängig, aber die überdachten Einrichtungen waren in den Ferien sehr gut besucht“, so Sprecherin Viola Schultze.

Während es schon Tradition hat, das Kultureinrichtungen in den Ferienmonaten unter Besuchermangel leiden, freuten sich die Museen mal keine roten Zahlen zu schreiben: „Im Juli und August haben wir normalerweise das berühmte Sommerloch. Von diesem können wir dieses Jahr auf keinen Fall sprechen. Wir hatten im Juli einen Besucheranstieg von mehr als fünf Prozent zu verzeichnen“, sagt auch Stefanie Keßler vom Dialog Museum in Frankfurt.

Der Grund für den Ansturm ist aber auch eine geschickte Vermarktung. Dem Zufall haben die meisten Museen die vergleichsweise hohen Besucherzahlen nämlich nicht überlassen. Sonderausstellungen, Aktionstage und spezielle Ferienprogramme sollen gezielt die Besucher ansprechen. Denn spannende Mitmach-Aktionen, Test-Stationen oder anschauliche Objekte, wie im Science Center Experiminta in Frankfurt-Bockenheim, Hamburger Allee 22, sind selbst bei hochsommerlichen Temperaturen Erfolgsgaranten für Besucherströme.

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