Die Muse ist ein Ahornblatt

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Streng geheim! Noch darf niemand die Kreation der Jung-Designerin sehen.

Frankfurt – Ihre erste Nähmaschine hat Jordanka Vasileva einst von ihrer Oma geschenkt bekommen. Jahre später will die 31-Jährige nun mit ihren Nähkünsten die Modewelt erobern. Zum ersten Mal steht die Nachwuchs-Designerin im Finale des Tradewinds-Style Award. Der wird im Juni in Frankfurt vergeben. Von Mareike Palmy

Tapferes Schneiderlein: Jordanka Vasileva opfert viel Freizeit für ihr Modell.

„Nix für den Alltag“, beschreibt Jordanka Vasileva das von ihr entworfene Oberteil samt Hosenrock, das sie für den Tradewinds-Style-Award in der Kategorie Landlust kreiert hat. Gewöhnungsbedürftig sei der unkonventionelle Schnitt, in Form eines Ahornblattes. „Meine Mode ist sehr ausgefallen. Auf der Straße würden das die Leute wohl nicht anziehen“, sagt die gebürtige Bulgarin.

Schon als Kind hat sie ihren Barbie-Puppen neue Klamotten geschneidert: „Stricken, sticken, nähen oder häkeln fand ich schon als ganz kleines Mädchen faszinierend“, erzählt der Fashion-Fan. Mittleweile hat sie ihr Hobby zum Beruf gemacht. Nach einer dreijährigen Schneiderlehre an der Offenbacher Käthe Kollwitz Schule, einem Textil-Studium inKassel, folgte eine Weiterbildung zur Schnittdirektrice in Fechenheim. „Leider ist die Branche total überlaufen und es ist schwer einen guten Job im Modebereich zu bekommen“, weiß die kreative Brünette. Deswegen hat sie sich um so mehr gefreut, als die Nachricht kam, das sie im Finale steht: „Das ist die Chance für mich“, berichtet Jordanka, „ich bin vor Freude durch die ganze Küche gehüpft.“

Verflixt und zugenäht: In wenigen Wochen muss Jordanka ihr Stück fertig haben

Jordankas Muse ist ein Ahornblatt.

Unter dem Motto „Das Leben ist schön“ waren die jungen Couturiers aus Deutschland, Österreich und der Schweiz aufgerufen, ihre Ideen zu Papier zu bringen. Unter über 200 Einsendungen hat Jordanka Vasileva aus Frankfurt mit ihrem natürlichen Modell das Rennen gemacht. Jetzt muss sie sich ranhalten, denn Mitte Mai muss die Klamotte abgegeben werden. „Die Natur war meine Muse. Ein Ahornblatt hat mich beim schneidern inspiriert. Alle Materialien sind naturbelassen wie Seide, Baumwolle oder Bambus“,erklärt die 31-Jährige ihr Konzept.

Ob ihre Kreation den Leuten und der Jury gefällt, wird sich in der Finalshow am 10. Juni im Frankfurter BMW-Autohaus zeigen. Bei einer Modenschau werden dann die Gewinner-Entwürfe präsentiert. Bis dahin bleibt das geschneiderte Modell aber streng geheim. Kein Blick darf auf die Natur-Kreation fallen, sonst ist der Hauptpreis, ein Praktikumsplatz bei der renommierten deutschen Designerin Anja Gockel, Ruhm und Ehre sowie ein Preisgeld futsch. Bei Jordanka Vasilevas Design-Talent wäre das allerdings schade.

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