Hilfe für die Menschen auf den Philippinen

Monster-Taifun Haiyan: Hanauer Schülerin hilft

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Welt in Trümmern: Inmitten einer zerstörten Stadt hat ein Junge eine Plastikflasche mit Trinkwasser ergattert.

Manila – Die 16-jährige Muriel Müller ist Hanauerin, lebt aber in Manila, der Hauptstadt der Philippinen. Ihre Mutter leitet dort die Deutsche Schule. Auch sie versucht den Menschen, in der vom Taifun Haiyan zerstörten Regionen, zu helfen. Für uns schildert sie ihre Eindrücke. Von Muriel Müller

Als der Taifun Haiyan, hier Yolanda genannt, vor einer Woche in der Nacht von Freitag auf Samstag mit einer Windgeschwindigkeit von 315 Stundenkilometer einen großen Teil der Philippinen verwüstete, verbrachte ich mit meinen Freundinnen zu Hause einen gemütlichen Videoabend. Draußen war es extrem windig und der Regen hatte schon am frühen Morgen angefangen. Die Spannung stieg und wir hofften, dass es nicht so schlimm werden würde, wie vorhergesagt. Das Unwetter wurde immer heftiger und dann fiel wie gewohnt bei einem Taifun der Strom aus. Mitten im Stromausfall kamen meine Eltern nach Hause und wir überlegten, wie es wohl auf den Inseln aussieht, die direkt in der Schneise des Taifuns lagen. Manila ist etwa 700 Kilometer entfernt. Das Schlimmste, was uns an dem Abend passierte, waren Stromausfälle – zur gleichen Zeit starben in den Provinzen tausende Menschen.

Eigentlich wusste anfangs niemand, wie es auf den Inseln Leyte und Samar aussah. Da die Philippinos sehr auf das Mobiltelefon setzen und die meisten Antennen durch den Taifun zerstört waren, sickerten kaum Nachrichten durch. Am Tag danach hörte man von ungefähr 15 Toten, am übernächsten waren es um die 1000 und jetzt liegt die Zahl bei mindestens 10.000.

Ohne Nahrung und Wasser

Die Rettungstrupps haben Dörfer entdeckt, in denen Menschen seit Tagen keine Nahrung oder sauberes Wasser hatten. Besonders der Hunger und Durst bringt die Bevölkerung immer mehr dazu, sich unzivilisiert zu verhalten und Läden auszurauben. Die Philippinos sind für ihren starken Lebensgeist und ihre Freundlichkeit bekannt, doch in einer Situation wie dieser, ist es sogar für sie schwer ihre positive Einstellung beizubehalten.

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Obwohl meine Freunde und ich uns im gleichen Land befinden, kommt es uns fast vor, als wären wir im Ausland und würden die Folgen in den Nachrichten beobachten. Der Schock ist bei allen sehr groß und der einzige Weg, etwas zu ändern ist Hilfe für die Betroffenen zu bekommen. Die nahen Verwandten einer Freundin von mir leben in Biliran, einer Gegend, die schwer betroffen ist, und bis heute weiß sie noch nicht, wie es ihrer Familie geht.

Ein Weg für uns mit dieser Situation umzugehen ist, nicht tatenlos zusehen, sondern den Überlebenden zu helfen, die durch diese schreckliche Katastrophe gehen mussten. Deshalb haben wir ein Projekt für die Gegend gegründet, aus der diese Freundin stammt. Wir nennen uns „Brightening Biliran“ und helfen im Namen der Deutschen Schule Manila. Alle Spenden gehen nach Biliran, die ähnlich betroffen ist wie die Stadt Tacloban, die überall in alle Schlagzeilen steht . Das gespendete Geld fließt in lebensnotwendige Güter wie Essen, sauberes Trinkwasser und Decken.

Wer Muriel Müller in Manila kontaktieren möchte, schreibt eine E-Mail an muriel.mueller1@gmail.com. Das Konto, auf dem Spenden für Biliran eingezahlt werden können, gehört einem Lehrer. Konto: Christoph Grandt Postbank Köln BLZ 37010050 Konto-Nr. 162838504 Stichwort Biliran angeben.

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