Magenknurren in der Schule

Gesundes Frühstück für Kinder in Frankfurt

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Piet (links) und Henok beißen herzhaft in die belegten Brötchen.

Frankfurt - Ohne Frühstück aus dem Haus: Nicht nur in Frankfurt kommen Kinder mit leerem Magen in die Schule. Ein Verein lässt an der Riedhofschule Brötchen schmieren. Von Norman Körtge

Wenn die große Pause an der Riedhofschule in Frankfurt-Sachsenhausen um 9.45 Uhr mit dem Klingelzeichen endet, ist Fazilet Yesildags Arbeit erst einmal erledigt: 48 Brötchenhälften hat sie mit Putensalami belegt oder mit Streichkäse beschmiert und diese noch mit Gurkenscheiben oder Tomatenvierteln garniert. Geschnittene Äpfel und Bananen liegen ebenfalls bereit – ein ausgewogenes Frühstück. Für zirka 40 der 270 Schüler ist es das erste richtige Essen an diesem Tag.

Hungrig zur Schule

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„Es kommt immer wieder vor, dass Kinder hungrig zur Schule kommen“, sagt Petra Windisch de Lates, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Lebensbrücke. Der Verein finanziert sowohl das Essen als auch die Honorarkraftstelle von Fazilet Yesildag mit zirka 12.000 Euro im Jahr. Ein Beitrag, den Schulleiter René Behrendt dankend annimmt. Etwa 70 Prozent seiner Schüler haben Migrationshintergrund. Dass sei aber nicht der Grund dafür, dass zu Hause nicht gefrühstückt wird. Vielmehr sind es die sozialen Strukturen im Umfeld der Schule, mit vielen Schichtarbeitern, berufstätigen Müttern und Vätern und Alleinerziehenden. Da steht ein Frühstück – die wichtigste Mahlzeit des Tages – manchmal nicht ganz oben auf der morgendlichen Prioritätenliste. Mit knurrendem Bauch können sich die Schüler schwer konzentrieren und schreiben häufiger auch schlechte Note, weiß Behrendt. Und Windisch de Lates ergänzt: „Manche haben Kekse dabei, andere bekommen ein paar Euro von Zuhause mit. Doch dafür werden dann eher Süßigkeiten gekauft“, erzählt sie. Mit der Arbeit der Deutschen Lebensbrücke hätten alle Kinder – auch die, die von zu Hause nichts mitbekommen – die Möglichkeit gemeinsam richtig zu frühstücken.

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