Leben von fünf Frauen in Bad Soden gefährdet

Hebamme wegen versuchten Mordes im Kreißsaal vor Gericht

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München/Bad Soden - Die Münchner Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen eine Hebamme wegen versuchten Mordes in einem Kreißsaal erhoben. Zuvor soll sie bei ihrer Anstellung im Krankenhaus Bad Soden das Leben von fünf Frauen gefährdet haben.

Ihr wird vorgeworfen, vier werdenden Müttern im Münchner Klinikum Großhadern vor dem Kaiserschnitt ein blutverdünnendes Medikament verabreicht zu haben. Die Patientinnen verloren daraufhin bei der Operation viel Blut und mussten mit notfallmedizinischen Maßnahmen gerettet werden. Zuvor soll sie bei ihrer Anstellung in einem Krankenhaus in Bad Soden ähnlich gehandelt und das Leben von fünf Frauen gefährdet haben.

"Die Hebamme war nach einem konkreten Verdachtsfall im April 2012, mit sofortiger Wirkung vom Dienst im Krankenhaus Bad Soden freigestellt worden", schreiben die Main-Taunus Kliniken in einer Stellungnahme. Im Rahmen eines Arbeitsgerichtsprozesses mussten die Kliniken einen Vergleich schließen, um das Arbeitsverhältnis schnellstmöglich zum 30. Juni 2012 beenden zu können.

Es sei davon auszugehen, dass die 34-Jährige mit ihrer beruflichen Situation unzufrieden gewesen sei, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Das Schicksal der Patientinnen sei ihr egal gewesen.

Auf die Spur kamen die Ermittler der Hebamme nach einer Strafanzeige des Krankenhauses. Im Klinikum Großhadern war aufgefallen, dass es bei vier Kaiserschnittgeburten von April bis Juni 2014 zu starken Blutungen und auffälligen Blutwerten gekommen war. Seit etwa einem Jahr sitzt die Hebamme in Untersuchungshaft, der Fall hatte im Vorjahr bundesweit Aufmerksamkeit erregt. Ein möglicher Prozessbeginn steht noch nicht fest.

dpa

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