Taunus bleibt verschont

Region Rhein-Main: Mücken schlüpfen im Akkord

+
Der regenreiche Mai hat die Wälder so stark befeuchtet, dass Mücken sich richtig wohl fühlen.

Region Rhein-Main – Sommer-Spaß vermiest: Erst kam das Wasser, jetzt kommt die Sonne und mit ihr die Mücken. Millionen Larven schlüpfen bei den idealen Bedingungen in der Region und es werden noch mehr. Von Angelika Pöppel

„Die Bedingungen sind für Mücken ideal“, erklärt Christian Schäfer, Leiter vom Hessen Forst. Aus kleinen Pfützen im Wald sind Teiche geworden, das viele Wasser konnte der Boden nicht mehr aufnehmen. Das bestätigt auch Forstamtsleiter Christian Münch in Langen: „Dieses Jahr gibt es eine Vielzahl an kleinen Gewässern in den Wäldern.“ Deshalb werden auch eher weniger von Mücken aufgesuchte Gebiete in diesem Jahr von den Insekten belagert. Aber nicht nur die Wälder der Region sind betroffen. Überall, dort wo das Hochwasser mehr als zwei Wochen stand und der Boden feucht ist, fühlen sich die Larven wohl. In jedem Quadratmeter Uferbereich einer Hochwasserpfütze können bis zu 50.000 Mückeneier heranreifen. Sobald die Larven schlüpfen machen sich die Weibchen auf die Suche nach Blut – einem für die Fortpflanzung unerlässlichen Hilfsmittel.

Taunus-Wälder für Mückenbrut weniger geeignet

Lesen Sie auch:

Asia-Krabbler machen heimische Marienkäfer platt

Frankfurts giftigste Wohnzimmer: 12.500 illegale Haustiere

Waschbären dringen in Städte des Rhein-Main-Gebiets vor

Auch Frankfurts Tiere sind mutikulti

„Die Natur wird darauf reagieren“, ist Biologe Mark Harthun von der Naturschutzbehörde Hessen zuversichtlich. Da in diesem Jahr außergewöhnlich viele Mücken schlüpfen, bekommen die Vögel dafür mehr Junge, da mehr Nahrung vorhanden ist. „Für Spaziergänger ist das lästig, aber nicht gefährlich“, erklärt Harthun.

Von den lästigen Stechern eher verschont, werden die Taunus-Bewohner. „Aufgrund der großen Gefälle in den Wäldern können sich Gewässer weniger gut bilden“, sagt Förster Günter Busch aus Bad Homburg. Bisher seien es nur wenige mehr, aber das könne auch noch kommen. Sicher ist: Wenn die Bedingungen so gut sind, brüten die pieksenden Insekten auch mehrmals in einer Saison. Und wenn das Wetter weiterhin warm bleibt, werden die Mücken flug- und stechlustig.

In Problemgebieten bekämpfen Experten deshalb die Larven vom Hubschrauber oder Boden aus mit einer Eiweißmischung. Diese wird von den Larven gefressen und zersetzt ihren Darm. Die Forstämter der Region verzichten auf Hilfsmittel. Forstamtsleiter Christian Münch fasst die Situation so zusammen: „Meiden oder Leiden – etwas anderes bleibt uns nicht übrig!“

 

Diese Tiere sind nach Deutschland eingewandert

Diese Tierarten sind nach Deutschland eingewandert

Kommentare