Budget-und Vertragsplanung statt Kaffee holen

Erzhausenerin kämpft um Titel als beste Sekretärin

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Noch ist sie ganz lässig: Monique Liebau will den Sekretärinnen-Titel nach Südhessen holen.

Erzhausen – Sie ist Quereinsteigerin, sie schaut stets über den Tellerrand und sie ist gut in ihrem Job. Monique Liebau kämpft um den Titel als beste Sekretärin und büffelt dafür Extra-Einheiten Geografie. Von Axel Grysczyk 

Mit Sekretärinnen-Klischees kann Monique Liebau nichts anfangen. Die 36-Jährige will das Berufsbild anders darstellen. Mit dem, was sie täglich in ihrem Unternehmen Colliers Int. Corporate Solutions in Frankfurt macht. „Um den Kaffee kümmert sich bei uns der Empfang. Ich bin froh, dass ich viele, kleine Projekte habe, um die ich mich täglich kümmere“, sagt die Erzhausenerin. Sie plant Budgets, hat das Personalwesen unter sich, kümmert sich um Arbeitsverträge und verantwortet die internationale Buchhaltung. Liebau: „Jüngst habe ich mich um eine indische Steuernummer für unser Unternehmen gekümmert. Gespräche, Anträge, Beglaubigungen – das war so ein Mini-Projekt.“

Und doch hätte die offiziell als Office Managerin und Management Assistant angestellte Alleskönnerin nicht die Chance auf den nationalen Sekretärinnen-Titel, wäre ihr nicht ein Buch in die Hand gefallen. „Ich habe Literatur zum Office-Management gesucht. Da bin ich auf ein Buch einer Autorin gestoßen, die vor ein paar Jahren zur besten Sekretärin Deutschlands gekürt wurde“, erklärt sie. Schnell hat sie die passende Internetseite gefunden und den Aufnahme-Fragebogen ausgefüllt. „Den einen Teil der Fragen muss der eigene Chef ausfüllen. Ich weiß nicht, was er geschrieben hat, aber es muss die Jury überzeugt haben. Ich bin dann für die Endrunde der besten zehn Sekretärinnen nach Hamburg eingeladen worden“, erzählt sie.

Im Finale gilt es für die zehn Kandidatinnen in unterschiedlichen Disziplinen ihre Stressresistenz, ihr Organisationstalent sowie ihr Allgemeinwissen unter Beweis zu stellen. Rebecca Mir, bekannt aus Let’s Dance und Germany’s Next Topmodel, wird den Teilnehmerinnen dabei zur Seite stehen. Sie moderiert den Contest und wird auch selbst bei einer der vielseitigen Aufgaben aktiv werden.

Ansehen des Berufs stärken

Europas bekanntester Büroartikelhersteller Leitz veranstaltet den Wettbewerb in diesem Jahr bereits zum neunten Mal. Mit der Auszeichnung der besten Sekretärin soll das Ansehen des in vielen Kreisen immer noch stark unterschätzten Berufsbildes gestärkt werden.

Liebau hat der Ehrgeiz gepackt. „Wenn ich schon dabei bin, will ich mindestens unter die Top-Fünf kommen. Es ist ja auch Werbung für die Firma“, sagt sie. Sie weiß, dass es im Finale um fiktive Situationen – wie beispielsweise einen aufgebrachten Kunden zu beruhigen – geht, aber auch viel Allgemeinwissen abgefragt wird. Liebau: „Ich habe mir ein Buch ,Schulwissen kompakt, hätten Sie es gewusst?’ gekauft, um mich vorzubereiten. Außerdem büffele ich Politik und Geografie. Da habe ich noch Schwächen.“ Genau das ist es, was sie stark macht. Sich reinfuchsen. Eigentlich ist sie ausgebildete Tierarzthelferin. An ihr blieben große Teile der Organisation der Praxis hängen. So habe sie sich Techniken und Abläufe angeeignet, wie man die Praxis effizient führen kann. Nach zehn Jahren wollte sie etwas Neues. „Ich konnte mich nicht mehr weiterentwickeln und da habe ich umgesattelt“, sagt sie. Seit vier Jahren ist sie nun in ihrem neuen Beruf. Jeden Tag lernt sie dazu, ihr Job macht ihr riesig Spaß und sie stellt sich gerne immer wieder neuen Herausforderungen. So wie am 22. Oktober in Hamburg beim Wettbewerb zur besten Sekretärin Deutschlands.

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