Enkheimer Samurai sticht alle aus

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Kampfsportler und Weltrekordhalter Mohammed Talbi hält sein, eigen für ihn angefertigtes Samurai-Schwert fest in den Händen.

Frankfurt – Mit vier Jahren lernte Mohammed Talbi bereits die asiatische Kampfkunst, sechs Jahre lang wurde er in einem Japanischen Kloster zum Samurai ausgebildet. Und heute ist Meister Talbi Weltrekordhalter und sechsfacher Weltmeister. Von Angelika Pöppel

„Schmerzen einzustecken, kann man trainieren“, sagt Mohammed Talbi. So schaffte er es, 500 Steinplatten in 29 Sekunden zu zerschlagen – Weltrekord. Der Samurai-Kämpfer ist auch sechsfacher Weltmeister in Karate und führt seine eigene Sportschule in Enkheim.

Sein Samurai-Schwert ist sein ganzer Stolz: Denn das Schwert musste sich Mohammed Talbi hart erkämpfen, in einem Samurai-Kloster in Japan. Dort bekam er den Spitznamen: Der Samurai aus Afrika. Der gebürtige Marokkaner trainierte auch die Karate-Nationalmannschaft in seiner Heimat. Als Lehrer gibt er sein Wissen seit 17 Jahren weiter. Neben den üblichen Kampfsportarten, wie Karate, Judo und Boxen unterrichtet der 50-Jährige auch Schwertkampf. Seine Schüler kämpfen mit Holzschwertern, der Meister selbst schwingt sein schweres Samurai-Schwert. Dieses wurde nur für ihn angefertigt, zugeschnitten auf seine Größe und Körperhaltung.

Kraft allein reicht nicht aus

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„Beim Schwertkampf geht es nicht um den Angriff, sondern um Selbstverteidigung“, erklärt Talbi. Doch die innere Ruhe spiele die wichtigste Rolle. „Körper und Geist müssen zusammen funktionieren“, sagt er. Kraft alleine reiche nicht aus. Wer den Schwertkampf richtig beherrscht, trainiert damit die Reaktion, Körperhaltung, Koordination und die Atmung. „Wer einmal mit dem Schwert trainiert hat, ist vom Virus gepackt“, ist der Meister überzeugt. Seine Schüler üben sogar in ihrer Freizeit.

Kinder unterrichtet der Karatemeister besonders gerne – allerdings nicht im Schwertkampf. „Ich will Kinder und Jugendliche von der Straße hohlen und ihnen zeigen, dass es möglich ist, alles zu schaffen“, sagt Talbi. Der Kampfsportler liebt die Herausforderung, er will immer schneller und besser sein. Und er freut sich, wenn seine Schüler den gleichen Ehrgeiz entwickeln: „Dann bin ich stolz, wie ein Vater auf seinen Sohn.“

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