Model mit Kleidergröße 42: „Frauen brauchen Kurven“

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Fine B.

Frankfurt – Mut zur Weiblichkeit: Das strahlt Fine, Model bei der Frankfurter Agentur East-West-Models, aus. Sie hat Kleidergröße 42 und ist trotzdem genauso oft gebucht wie ihre dünneren Kolleginnen. Fine ist überzeugt: Wer hungert, kann nicht glücklich sein! Der Trend, dass Kurven in sind, zeigte sich auch vergangene Woche auf der London Fashion Week. Designer Mark Fast schickte Big-Size-Models ab Größe 40 und Skinny-Models mit Größe 34 über den Laufsteg. Von Jennifer Dreher

„Ich nenne es lieber Happy Size als Big-Size“, sagt die 20-Jährige Fine. „Ich kriege die Krise, wenn ich Sendungen wie die Model-WG sehe und an Mädchen herumgemeckert wird, die super Figuren haben“, kritisiert das Model.

Designer Mark Fast ließ bei der London Fashion Week Frauen mit Kurven seine Mode präsentieren.

Trotzdem gesteht sie: „Es wäre gelogen, wenn ich sage, dass ich immer schon so glücklich war. Auch ich habe schon mal vier, fünf Kilo abgenommen. Aber zum Glück hatte ich tolle Freunde, die mir ins Gewissen geredet und gesagt haben, dass ich mit Größe 42 viel hübscher aussehe als mit 36.“
Mit einer Taille von 80, einer Hüfte von 107 und einem Brustumfang von 104 Zentimetern fühlt sich Fine mittlerweile richtig wohl und sexy. Und das zeigt sie auch.
Im Frühjahr 2009 begann ihre Model-Karriere. Damals war Fine noch Abiturientin, als sie für die Frankfurter Agentur East-West-Models erste Test-Shootings machte. „Mit der Karriere ging es aber erst nach dem Abi richtig los“, erinnert sie sich. Auch die Agentur habe ihr geraten, die Schule zu beenden.

Ihr erstes Gehalt ging für Schuhe drauf

Denn auch Big-Size-Models können gute Gagen erzielen, die die üblichen 400-Euro-Nebenjobs weit übersteigen. „Mein erstes Gehalt ging für Klamotten und Schuhe drauf, aber ich habe dann schnell angefangen für mein Studium zu sparen“, sagt das Model.

Für Model Fine B. ist es  ein Traum, bei der London Fashion Week dabei zu sein.

Wenn sie mit dünnen Models gebucht wird, erntet sie manchmal böse Blicke. „Zickig werden sie nicht, aber man merkt an dem Verhalten, dass ihnen etwas an meinem Aussehen nicht passt“, sagt Fine.
Doch es gäbe auch die dünnen Models, die von Natur aus schlank und mit sich zufrieden sind und mit ihr zusammen eine Pizza essen gehen.
„Man darf aber nicht glauben, dass wir nur Süßigkeiten und Fast-Food essen“, berichtet die 20-Jährige. Auch sie mache Sport und achtet auf ihre Ernährung. „Die Proportionen müssen trotzdem stimmen und die Haut muss straff sein“, weiß sie. Dellen und Speckrollen seien auch bei Big-Size-Models nicht gefragt.
Doch das ist für Fine kein Thema. Otto, Ulla Popken und Bon Prix hat die 20-Jährige schon von ihren Model-Qualitäten überzeugt. In zahlreichen Ländern hängen Bilder von ihr. Sie jettet für ihre Jobs mittlerweile von Shooting zu Shooting. Doch ein Ziel hat sie noch: „Es wäre ein Traum für mich, bei der London Fashion Week mitzulaufen“, schwärmt das Big-Size-Model.

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