Mode, Musik, Lebensstil - Der EXTRA TIPP hat nachgefragt

Welche Trends prägen die 2010er Jahre?

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Der französische DJ David Guetta hat mit seinem elektronischen Popsound diesem Jahrzehnt schon jetzt seinen Stempel aufgedrückt.

Die 80er Jahre hatten die Neue Deutsche Welle, Schulterpolster, Föhnfrisuren  und den Walkman. Danach prägen Eurodance, der Game Boy, das Arschgeweih  und der Grunge-Hype das nächste Jahrzehnt. Was aber macht die 2010er Jahre aus? Von Dirk Beutel 

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2015 – wir befinden uns mitten im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts. Gelegenheit für eine Halbzeitbilanz. Was hat bisher diese Dekade geprägt und welche Trends haben das Zeug dazu, dieser Zeit ihren Stempel aufzudrücken?
Musik: Die 2010er Jahre gehören der Electronic Dance Music. Elektronischer, tanzbarer Popsound für die Masse. Wichtigste Vertreter sind die DJs David Guetta und Avicii  aber auch Pharrell Williams der an einer Fülle von Hits beteiligt war. Nicht zuletzt auch an einem der vielleicht prägendsten Alben des Jahrzehnts „Random Access Memories“ von Daft Punk. „Der Sound der 2010er Jahre hat Anleihen aus dem Eurodance der 90er, die eben moderner produziert wurden“, sagt Matthias Weber, Musikchef von Hitradio FFH. In Deutschland haben außerdem der Rapper Cro  mit seinem popigen Spaßrap, und Helene Fischer die dem Schlager neues Leben einhaucht, eine Duftnote hinterlassen. „In der Musik kann man nicht mehr alles in Schubladen sortieren. Jeder bedient sich bei jedem und vermischt das zu etwas Neuem“, sagt Weber.

In der Mode verschwimmen die Grenzen

Mode: Beine in Leggins  oder engen Hosen. Bestrumpfte und bestrickte Beine, Beine in Shorts oder Hot Pants Beine in blickdichten Strumpfhosen und sehr kurzen Röcken: „Unser Jahrzehnt feiert die Beine der Frauen oder besser, die Frauen feiern ihre Beine und schmücken sie in allen möglichen Variationen“, sagt Stella Friedrichs, Gründerin des Stilblüten Festivals für Mode und Design in Frankfurt. Überhaupt ist die körperbetonte Silhouette kein Privileg der Frauen mehr. Nicht nur schmal geschnittene Anzüge machen die Männermode femininer, auch Oversizeschals  und pastellfarbene, fließende Stoffe. „Die Grenzen verschwimmen: Unisex, Metrosexuell, Boyfriend-Look  sind Schlagwörter der 2010er Jahre.“

Der Bart ist das Markenzeichen

Der Vermittlungsdienst Uber ist nur ein Beispiel für die Sharing Economy.

Die Gegenbewegung dazu ist der Hipster  oder Lumbersexuelle  im karierten Holzfällerhemd und mit kernigem Vollbart. „Dazu erleben wir ein Revival der 40er-, 50er-, 60er- und 80er Jahre – und mit Sicherheit auch bald eins der 90er. Friedrichs: „Haltung und ein individueller Stil werden wichtiger sein als kurzlebige Trends vom Laufsteg.“
Bei Frisuren werden wie in der Musik auch Trends miteinander vermischt: „Locken, Wellen, alles was voluminös ist, ist bei Frauen angesagt“, sagt der Frankfurter Promi-Friseur Moe Lamkaddam: „In diesem Jahrzehnt setzt man auf natürlich, es wird nicht mehr extrem gestylt.“ Bei den Herren ist klar der Undercut  und Ola-Seku  (oben lang, seitlich kurz) angesagt. Dazu kommt der vor allem in der Hipster-Szene angesagte Vollbart. Lamkaddam: „Das absolute Markenzeichen dieses Jahrzehnts.“

Alles wird vernetzt sein

Technik: Digitalisierung in all seinen Facetten ist das Stichwort. Immer mehr Geräte erledigen immer mehr Dinge für uns und interagieren miteinander. Die Galionsfigur ist dabei das Smartphone, das sich in diesem Jahrzehnt wie kein anderes Gerät in den Alltag gedrängt hat. „Dazu kommen Tische, Spiegel, Kühlschränke – immer mehr um uns herum wird vernetzt“, sagt Trendforscher Sven Gábor Jánszky: „Es dauert nicht lange, und wir werden das Smartphone auch im Alltag zum Bezahlen von Waren und Dienstleitungen nutzen.“

Zeitgeist: Teilen ist in diesem Jahrzehnt angesagt. „In der Konsumwelt wird es sich nicht mehr nur darum drehen, Dinge herzustellen und zu besitzen, sondern sie zu teilen“, sagt Jánszky: „Alte Geschäftsmodelle und Monopole werden aufgeweicht. Was vor allem die Medien als erste durch die Sharing Economy  erlebt haben, wird sich auch in anderen Branchen weiterentwickeln.“ Bekannteste Beispiele: Der Mietwagen-Vermittlungsdienst Uber und Airbnb, ein Marktplatz für weltweite Buchung und Vermietung von Unterkünften.

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