Er mixt ein neues Elektro-Album trotz Krise

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Anthony Rother dreht an den Reglern: So entsteht seine Musik wie für das Album „Popkiller 2“.

Offenbach – Dutzende Regler und Knöpfe, sechs Keyboards und viele Bildschirme. Wer das Studio von Anthony Rother betritt, der sieht: Elektronische Musik heißt nicht nur ihres Klanges wegen so, sondern auch weil sie mit viel Elektronik gemacht wird. Drei Monate hat der Musiker seine Tracks für das neue Album „Popkiller 2“ eingesungen und zusammengemixt. Im Frankfurter Cocoon Club feierte er kürzlich die Veröffentlichung trotz Krise in der Musikbranche. Von Jennifer Dreher

„Nachts habe ich am meisten an dem Album gearbeitet“, verrät Rother: „Da ist die Stadt einfach viel ruhiger und geheimnisvoller. Das inspiriert mich unheimlich.“ Doch nicht etwa ein karges Hinterzimmer nennt Rother sein Eigen. Seine Kreativstätte in der Berliner Straße verbirgt sich in den großzügigen, modernen Büroräumen.
Dort steht ein rotes Stoffsofa und auf einer Box ist eine Flasche Wasser abgestellt. „Entgegen der Klischees trinke ich keinen Kaffee, Cola oder Energy-Drinks“, verrät der 38-Jährige: „Ich schaffe es auch so, bis zwei, drei Uhr wach zu bleiben. Durch das Wasser habe ich das Gefühl, klarer im Kopf zu sein.“
Und das spiegelt sich auch im Unternehmen von Anthony Rother wieder. Zwei Angestellte kümmern sich ums Drumherum. So kann er sich voll und ganz auf die Musik konzentrieren, die er als „elektronischer Klang mit der Atmosphäre von Punk-Rock-Musik“ bezeichnet.

Musikindustrie in der Krise vor der Krise

Das neue Album von Anthony Rother.

Die unter die Leute zu bringen, ist schwerer geworden. „Wir Musiker steckten schon vor der Finanzkrise in der Krise“, sagt der Rother. Schuld sei die Musikpiraterie. „Ich befürchte, dass sich das durch die aktuelle wirtschaftliche Lage noch verschlimmert.“ Mit Spannung verfolgt er die Verkäufe von „Popkiller 2“, das seit zwei Wochen auf dem Markt ist.
„Zufrieden bin ich bisher noch nicht, aber man muss eben auch Geduld haben.“ Bald laufe das Video zum Track „Discolight“ auf den Musiksendern und in Fast-Food-Restaurants. Dann hofft er, dass die Verkaufszahlen weiter nach oben gehen. Um das anzuspornen, bietet er auch einen Song kostenlos im Internet an. „Man muss einfach auf allen Ebenen für seine Musik Werbung machen, damit man bestehen kann.“ Infos unter www.datapunk.de.

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