Sex, Wodka, harte Beats: Wo exzessiv gefeiert wird

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Schillernd, wild und jung: Tänzerinnen wie diese dürfen auf einer geheimen Elektro-Party nicht fehlen.

Frankfurt – Sex-Club, Parkhausdeck und Abrisshaus: Gelangweilte Großstädter feiern überall da, wo es keiner erwartet. Dort tanzen sie zu elektronischer Musik, leeren reihenweise Wodka- und Schampusflaschen. Doch nicht jeder kann Teil der exzessiv feiernden Partygesellschaft in Frankfurt sein. Viele wissen nicht einmal, dass es sie gibt. Von Jennifer Dreher

Sie nennen sich „Fuckmybeatz“, „Hootchie Cootchie Club“, „Wild Obsession“ oder „Jet-Club“. Wann und wo sie Partys veranstalten, erfahren nur Mitglieder, die zuvor erfolgreich ein Bewerbungsverfahren durchlaufen haben.

Weitere Infos unter:

Fuckmybeatz

Wild Obsession

Jet-Club

Hootchie Cootchie Club

Um ihre Partygemeinde nicht zu enttäuschen, lassen sich die Veranstalter immer neue Ideen einfallen und suchen nach ausgefalleneren Locations oder Konzepten. „Wild Obsession“ feierte schon im VIP-Bereich der Commerzbank Arena, in einem unfertigen Club in Mafia-Outfits oder lud zur Spontan-Party ins Parkhaus.

Sie entscheiden, wer auf ihre Partys darf: Die Macher von Fuckmybeatz Olgay Özkan, Leonardo Aquino und Ettore Catino (von links). 

Leonardo Aquino zelebrierte Anfang des Jahres den zweiten Geburtstag von Fuckmybeatz in einem Offenbacher Sex-Club. „Als ich mir die Räumlichkeiten angesehen habe, war sogar ich überrascht“, gesteht der Gründer der Partyreihe: „Für mich war das etwas komplett Neues“, erinnert er sich. Sex-Spielzeug und spezielle Themenräume gab es dort.

Es war nicht leicht, die Besitzer davon zu überzeugen, dass wir dort feiern dürfen. Sie hatten Angst, nicht ernst genommen zu werden.“ Doch die Location kam gut an. Manche Gäste kommen privat wieder in den Sex-Club, haben Gefallen daran gefunden.

Nicht jeder wird reingelassen

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Nach so einer Party ist es wirklich schwer, die Leute zu überraschen“, gesteht Aquino. Doch weil es meist keine großen Kapazitäten gibt, muss ausgewählt werden, wer kommen darf. „Klar ist das oberflächlich“, gesteht der Frankfurter: „Aber wir haben einfach sehr begrenzten Raum und können nicht jeden reinlassen.

Es gehe ihm schließlich auch nicht darum, Geld zu verdienen. Für ihn sind die Veranstaltungen ein Hobby. Er ist froh, wenn am Ende die gebuchten Räume heil geblieben sind. „Vor kurzem haben wir Einnahmen von insgesamt 2.600 Euro einem Verein, der krebskranke Kinder unterstützt, gespendet“, sagt er.

Wer mit ihm bei Fuckmybeatz feiern will, muss zunächst einige Angaben machen und drei Fotos senden. Doch um Schönheit gehe es dabei nicht. „Die Bewerber müssen zu uns passen“, sagt Aquino: „Jemand, der gut drauf ist und die Musik liebt, hat auch Chancen, wenn er nicht so gut aussieht.

Sidney Späth

Anspruchsvoller ist Sidney Späth. Er macht Partys für die Schönen und Reichen. Der Sicherheits-Chef im Cocoon lädt regelmäßig zum Jet-Club. „Ich kenne jeden Gast“, verrät Späth. Wer zu seiner Musik feiern will, der muss hübsch, ausgefallen oder bekannt sein. „Bei uns tanzen mitunter ausgebildete Ballett-Tänzerinnen in edlen Kostümen“, beschreibt Späth. Auch eine Vernissage oder eine Fashion-Show hat er schon integriert.

Ob Alter, Musik, Stil oder Location: Jede Partygemeinde ist anders. Wer selbst einmal dort tanzen will, muss sich bewerben.

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