Mini-Parteien sagen den Großen den Kampf an

Region Rhein-Main – Die Bundestagswahl naht. Die Frage, welche Parteien Deutschland für die nächsten vier Jahre regieren werden, wird immer spannender. Neben den mutmaßlichen Gewinnern, den großen und mittleren Parteien, gibt es 21 Kleinparteien, die antreten. Hier drei Beispiele:

Als Einzelkämpfer sieht sich Adolf-Wilhelm Breitmeier aus Münster. Er ist stellvertretender Vorsitzender des hessischen Landesverbandes der Allianz der Mitte (ADM) und ist der Einzige, der in Hessen für die Partei antritt – als Direktkandidat im Kreis Darmstadt. Die ADM ist aus der Rentnerinitiative 2004 entstanden. „Eine Partei nur für Rentner ist aber Quatsch“, sagt der Pensionär, Jahrgang 1937. „Wir sind eine Partei von Rentnern für Kinder und Enkel“, stellt er fest. Die ADM fordert ein erhöhtes Mitbestimmungsrecht der Bürger durch das Mittel der Volksabstimmungen. Zudem solle die Bürokratie geschmälert werden. „Zehn Bundesländer wären genug“, sagt der Rentner. In seinem Wahlkreis tritt auch Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) an – keine leichte Ausgangslage. Der Münsteraner kämpft trotzdem um Stimmen. Sein Motto: „Nur ein Außenseiter kann was verändern.“

„Wir sind die Einzigen, denen man in dieser Parteienlandschaft noch vertrauen kann“, sagtStefan B. Eck, Bundesvorsitzender der Tierschutzpartei. Konsequenter Tier- und Umweltschutz sowie der Schutz vieler Randgruppen, die durch das soziale Netz fallen, seien die Hauptziele der Partei. Hessen ist eines der sechs Bundesländer, in denen sie antritt. „Der hessische Landesverband ist sehr aktiv“, stellt Eck fest. In Offenbach hat die Tierschutzpartei sogar einen Sitz im Stadtverordnetenparlament.

Die Weltwirtschaftskrise vorausgesehen hat die Bürgerrechtsbewegung Solidarität (BüSo). Dieser Meinung ist Rainer Apel, Kandidat der Partei im Wahlkreis Frankfurt III. „Das ist kein Grund zur Freude, stärkt aber unsere Glaubwürdigkeit“, sagt der 60-Jährige. Die Partei möchte eine andere Finanzpolitik, bei der vor allem die Bundesbank gestärkt sowie der Spielraum der Bundesregierung vergrößert wird. „Der Standort Frankfurt ist dabei besonders wichtig. Das wird sich auch in unserem Wahlkampf niederschlagen“, ist Apel überzeugt. Bei der Landtagswahl erhielt seine Partei in seinem Wahlkreis nur 0,6 Prozent. Bei der Bundestagswahl hofft er auf ein besseres Ergebnis.efb

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare