Mini-Flitzer wecken das Kind im Mann

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Holger Schramm mit seinem geländetauglichen und ferngesteuerten Renn-Flitzer.

Rodgau – Wummernde Motoren und Spritgeruch kennt man in Rodgau-Dudenhofen zur Genüge, zumindest wenn man nahe der B45 wohnt. Selten allerdings bringt man beides mit ferngesteuerten Miniatur-Rennwagen in Verbindung, die im Maßstab 1:8 durch das Feld direkt an der Bundesstraße donnern. Dort ist die Rennstrecke des Racing Club Rodgau. Von Jens Dörr

Die Mini-Flitzer wecken in Rodgau regelmäßig das Kind im Mann. „Frauen sind in der Szene selten“, gibt Holger Schramm zu. Er ist seit einigen Monaten der Vorsitzende des Vereins Racing Club Rodgau, den 1989 die „rennsportbegeisterten Sieben“ – Hans-Ludwig Simon, Oliver Simon, Günther Bootz, Klaus-Dieter Kolb, Patrick Täger, Jan Veen und Torsten Seufert – gründete. Mittlerweile steuern beim Racing Club Rodgau, in dem auch die RC-Sonntagsfahrer organisiert sind, vier dutzend Personen zwischen zwölf und über 60 Jahren ihre Flitzer über die selbst angelegte Rennstrecke.

Hessen-Cup wird zwei Tage zelebriert

Wie am vergangenen Wochenende, als der Racing Club dort den vierten Lauf des diesjährigen „Hessen-Cup“ ausrichtete. Zwei Tage lang war der Club damit Gastgeber für alle, die sich dem Rennsport mit ferngesteuerten Autos verschrieben haben.

Besonders spektakulär auf der 280 Meter langen Rundstrecke, die die Rodgauer auf dem angemieteten Gelände neben der B45 errichtet haben: Mehrere hintereinander folgende Hügel – und ein großer Übersprung. Der führt über einen anderen Teil der Piste hinweg. Mit bis zu 80 Stundenkilometer pesen die verkleideten Chassis über die Strecke, können auch mal bis zu 90 Dezibel Lautstärke verursachen.

Ein starker Motor allein nutzt nichts

Und Sprung: Auf der Rennstrecke des Racing Club Rodgau geht‘s um Geschwindigkeit und Geschick.

Gebannt verfolgen am Streckenrand die Spritduftbegeisterten die Szenerie, in der die kleinen Wagen über die Lehmpiste heizen, durch die Luft fliegen oder in Steilkurven den Fliehkräften ausgesetzt sind. „Man muss sein Auto einfach unter Kontrolle haben, um vorn dabei zu sein“, weiß Schramm. Frank Windt, Pressebeauftragter des Vereins, fügt hinzu: „Die Motoren sind von den Leistungen her unterschiedlich, doch ein starker Motor allein nutzt nichts. Eine konstante Fahrweise ist viel wichtiger.“ Wer die beherrscht, braucht für die Strecke des Racing Clubs Rodgau etwa 30 Sekunden. Vom Schwierigkeitsgrad her sei man mit der eigenen Rennpiste hessenweit recht weit oben angesiedelt, so Schramm.

Wie richtiger Motorsport

Vor allem liege die Faszination der ferngesteuerten Miniatur-Autos darin, dass man im Kleinen nahezu alles nachstellen könne, was es auch im „richtigen“ Motorsport gebe, meint Schramm. Auch Boxenstopps gibt es, vor allem in den länger dauernden Endläufen der Wettbewerbe innerhalb der Rennserie „Hessen-Cup“. Das Chassis muss stets das gleiche bleiben, Motor und Reifen können gewechselt werden. Die Taktik beim Nachtanken ist ebenfalls wichtig. Rein in den Tank kommt eine Mischung aus Methanol und Rizinusöl.

Wer mit seinem Fahrzeug auf dem Dach landet, weil er etwa bei einem Sprung nach vorne oder hinten übergekippt ist, outet sich derweil als Anfänger: „Durch Gasgeben oder Bremsen lässt sich das Auto auch in der Luft steuern“, weiß Holger Schramm, der sein Wissen an Neulinge gerne weitergibt.

Mehr Infos zum Verein und zur Renn-Faszination mit ferngesteuerten Autos unter

http://www.racing-club-rodgau.de oder

http://www.rc-sonntagsfahrer.de .

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