Ungelernte Kräfte benachteiligt

Mindestlohn gefährdet Studenten-Jobs

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Studenten könnten es mit einem gesetzlichen Mindestlohn schwerer haben, in den Semesterferien zu jobben.

Region Rhein-Main – Der von der SPD geforderte Mindestlohn soll Gerechtigkeit schaffen. Dennoch könnten gerade ungelernte Kräfte benachteiligt werden.  Von Angelika Pöppel

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So werden Zimmermädchen ausgebeutet

Die SPD fordert einen gesetzlich einheitlichen Mindestlohn von 8,50 Euro. Für unterbezahlte Arbeitnehmer ein Lichtblick. Oder nicht? Gerade die Gastronomie- und Hotelbranche sind für extrem geringe Löhne bekannt. Nach oben hin ist alles offen, nach unten auch. Es gibt Köche, Zimmermädchen und Kellner, die für einen Hungerlohn arbeiten. Doch: „Die meisten Köche und Kellner, gerade in Hessen, verdienen über 8,50 Euro in der Stunde“, sagt Ingrid Hartges, Geschäftsführerin des Hotelverbandes Deutschland . Und auch das Gehalt für Zimmermädchen liegt tariflich über 8,50 Euro. „Die schwarzen Schafe, die nur drei oder vier Euro in der Stunde zahlen, sind auch durch einen Mindestlohn nicht aufzuhalten, leider“, sagt Hartges. Die seien aber die Ausnahme.

Arbeitsplätze und Existenzen wären gefährdet

Der gesetzliche Mindestlohn würde dagegen eine ganz andere Gruppe treffen: Die studentischen Aushilfen und ungelernten Kräfte. „Gerade Schülern und Studenten würde es schwerer gemacht, sich Geld dazu zu verdienen“, sagt die Gastronomie-Expertin. Für 8,50 Euro pro Stunde könnten Arbeitgeber eher ausgelernte Kräfte mit Berufserfahrung bevorzugen. Deshalb spricht sich der Verband ganz klar gegen einen gesetzlichen Mindestlohn aus. „Lohn-Dumping muss bekämpft werden, aber der gesetzliche Mindestlohn ist dafür nicht geeignet. Unterschiedliche Lebens- und Unterhaltskosten der Regionen müssen berücksichtigt werden. Dafür gibt es die Tarifverträge“, sagt Hartges deutlich.

Gerade in der Gastronomie lasse sich eine Erhöhung der Lohnkosten nicht einfach auf die Preise umwälzen, Kunden seien nicht bereit mehr zu zahlen. Hartges: „Arbeitsplätze und Existenzen wären gefährdet.“

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