Kommentar

Hinter Pegida-Bewegung steckt Angst

Der Pegida-Protest (Pegida = Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes) in Dresden mit bis zu 10.000 Teilnehmern gegen die Islamisierung beherrscht die Innenpolitik. Von Axel Grysczyk 

Politiker stempeln die Teilnehmer an den Demonstrationen entweder als Rechtsextreme ab, oder sie fordern, mit den Teilnehmern stärker in den Dialog zu treten. Vordergründig geht es um Flüchtlinge und Migranten, doch dahinter steht vielmehr eine kleinbürgerliche Angst, vom Wohlstand dieses Landes nicht mehr zu profitieren. In Deutschland ist in den vergangenen Jahren eine Schicht entstanden, die versucht, sich mit Billigjobs über Wasser zu halten. Auf ihre Wohnungen haben Investoren ein Auge geworfen, und sie wissen, dass sie bei ihren Bezügen eine Rente auf Hartz-IV-Niveau erwartet. Der Frust darüber wird abgeladen auf die, die noch weiter unten stehen. Auf Flüchtlinge beispielsweise, die uns – so das Pegida-Vorurteil – das Wenige noch wegnehmen. Die Fakten sprechen eine andere Sprache: Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung von Ende November zeigt, dass Ausländer mehr Steuern und Sozialabgaben zahlen, als sie an Sozialleistungen beziehen. Die 6,6 Millionen Menschen ohne deutschen Pass hätten demnach ein Plus von 22 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Pegida-Demonstranten wollen das nicht hören. Sie leben in einem Milieu, das – so empfinden sie es – keine Stimme mehr hat. Das bleibt die Herausforderung: Die Enttäuschten müssen mehr vom Kuchen abbekommen. Seit Jahren wird festgestellt, dass die Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinander geht. Das wird in Zukunft verschiedene soziale Folgen haben: Pegida ist eine davon.

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