So hoch sind die Kosten

Weshalb Frankfurter Gastronomen bei den Preisen zulangen

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Für ein Glas Wein müssen Frankfurter in der Innenstadt tief in die Tasche greifen

Frankfurt – Die Preise mitten in Frankfurt explodieren, weil Gastronomen die Mietkosten wieder reinkriegen müssen. Massenabfertigung ist deshalb der neue Trend. Von Angelika Pöppel

5,50 Euro für 200 Milliliter Weißweinschorle oder 7,50 für einen Hugo aus Prosecco und Sirup – das zahlen Frankfurter auf der beliebtesten Einkaufsmeile der Stadt. Gastronomie direkt auf der Zeil ist selten und daher hart umkämpft: „Wegen den hohen Mieten werden die meisten Gastronomen nicht reich“, sagt Kerstin Junghans, Geschäftsführerin des Hotelverbands  Deutschland.

290 Euro pro Quadratmeter

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Im Schnitt kostet ein Quadratmeter pro Monat rund 290 Euro, laut des Einzelhandelsmarktüberblicks 2013. Bei einem Restaurant mit einer Fläche von 150 Quadratmetern zahlt der Wirt dann bis zu 43.000 Euro Miete im Monat. Kein Wunder, dass die Preise gesalzen sind. Nicht mal auf dem edelsten Pflaster der Stadt – der Goethestraße und der Freßgass – zahlen Gastronomen mehr. Ein Quadratmeter von der Luxus-Boutiquen-Meile kostet bis zu 230 Euro im Monat, auf der Freßgass sind es 160 Euro. Nur ein Stück weiter, an der großen Bockenheimer und in direkter Lage zur Alten Oper steigt der monatliche Quadratmeterpreis wieder auf 210 Euro. Wegen der hohen Mietkosten können die Gäste auch in der Schillergasse, dem Steinweg und der Biebergasse eine teure Speise- und Getränkekarte erwarten.

Systemgastronomie auf dem Vormarsch

Herkömmliche Gastronomie-Konzepte ohne großen Namen dahinter können sich scheinbar immer weniger leisten, denn die Systemgastronomie ist auf dem Vormarsch. „Seit 2013 expandiert die Systemgastronomie in den deutschen Städten am stärksten“, sagt ein Pressesprecher vom Maklerbüro Jones Lang LaSalle  Deutschland. Das bestätigt auch Christopher Wunderlich  vom Standort in Frankfurt: „Systemgastronomen können höhere Mieten zahlen und größere Flächen beanspruchen. Lokale Gastronomen können da schwer mithalten.“

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