Meteorologen befürchten Hochwasser im Rhein-Main-Gebiet

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Schon 2003 ist der Main übergetreten, hier bei Sindlingen.

Region Rhein-Main – Seit Mitte der Woche steigen die Temperaturen und damit auch die Hochwassergefahr. Das Problem ist nicht nur die weiße Pracht, die in der milden Luft wegschmilzt. Für den Pegel Krotzenburg droht heute bereits Meldestufe zwei – die zweithöchste Warnstufe. Von Julia Renner

„Für einige Regionen gibt es Unwetterwarnungen“, sagt Dorothea Paetzold, Meteorologin beim Deutschen Wetterdienst (DWD). Dabei spiele es keine Rolle, dass im Rhein-Main-Gebiet nicht mehr viel Schnee liege. „Wir müssen größer denken“, sagt Paetzold und spricht von den Schneehöhen auf dem Kleinen Feldberg im Taunus und auf der Wasserkuppe. Der dort geschmolzene Schnee bahne sich seinen Weg in Flüsse, die letzten Endes zum Main führen.

Das Hochwasser kommt

Aber nicht nur der geschmolzene Schnee sorgt für steigende Pegel. Hinzu kommt jede Menge Regen. „Der sorgt dafür, dass der Schnee überhaupt schmilzt.“ Milde Luft allein reiche nicht, um beispielsweise 71 Zentimeter Schnee auf der Wasserkuppe „zu knacken“. Für Paetzold steht fest: Es kommt Hochwasser. Nur das Ausmaß sei noch unklar.

Städte und Feuerwehren in der Rhein-Main-Region gehen aber gelassen in die nächsten Tage. Die Stadt Dreieich ist auf Überschwemmungen vorbereitet, „sofern man darauf vorbereitet sein kann“, sagt Sprecherin Britta Graf. Die Kanalkolonne überprüfe Abflüsse und Kanäle in Sondereinsätzen. „Wir gehen aber nicht davon aus, dass es Hochwasser geben wird.“

Derzeit ist der Main-Pegel konstant

Uwe Sauer sieht das ähnlich.„Im Main wird derzeit kein Hochwasser erwartet“, sagt der Leiter der Offenbacher Feuerwehr. Aktuell liegt der Pegel im Osthafen bei 2,15 Meter. „Die erste Meldestufe liegt aber erst bei 3,40 Metern.“ Die Temperaturen würden nicht ausreichen, um den Schnee schnell genug zu schmelzen, sagt Sauer.

Auch Hans-Jürgen Kohnert ist entspannt. Der Sprecher der Frankfurter Feuerwehr sagt: „Derzeit ist der Pegel des Mains konstant. Man muss das aber genau beobachten.“ Auch der Rhein spiele eine Rolle.

DWD gibt vorerst Entwarnung für Rhein-Main

„Vereinzelte Überschwemmungen gibt es schon“, widerspricht Simon Trippler, Meteorologe beim DWD. Die Gersprenz bei Dieburg ist bereits bei Meldestufe drei angelangt. „Es ist davon auszugehen, dass auch der Main ansteigt.“ Wie sehr sich die Pegel ändern, könne er nicht vorhersagen. Der Meteorologe glaubt jedoch: „Es wird zwar kein extremes, aber ein hohes Hochwasser.“

Betroffen ist dann auch der Mainuferparkplatz – wie bei jedem Hochwasser. Noch ist er geöffnet, sobald eine Hochwasserwarnung kommt, wird er sofort gesperrt.

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