Die meisten sind ungenießbar

Von Axel Grysczykbr /Darmstadt-Dieburg - Die Bauchschmerzen nehmen nach dem ausgedehnten Champignon-Essen zu. Einen ganzen Korb voller Pilze hatte Günter Sturm mit seiner Frau von der Wiese im Rheinland gesammelt und dann zubereitet. Die Sorge um eine Pilzvergiftung wächst.

Erst ein Anruf in einer Klinik bringt am folgenden Tag Klarheit: Er hatte einfach nur zu viel gegessen. 30 Jahre ist das her. Für Sturm war es der Auslöser sich intensiver mit Pilzen zu beschäftigen. Heute ist er ein anerkannter Pilzfachmann, wohnt in Rödermark und ist Mitglied der Pilzfreunde Südhessen Sulzbach. Heutzutage rufen unvorsichtige Pilzesser bei ihm an. In diesem Jahr hat er bereits fünf, sechs Anrufe bekommen. Immer wieder mit ähnlichen Frage: Hab ich mich vergiftet?br /Für Sturm ist es wichtig, dass die Anrufer den Pilz beschreiben können. Putzreste der Pilze aufzuheben, kann überlebensnotwendig sein. "Anhand der Putzreste kann man unter dem Mikroskop die Pilzart bestimmen", erklärt er. Wissen und Erfahrung ist der beste Schutz. Das bestätigt auch sein Vereinskamerad Werner Pohl aus Frankfurt, der für die Offenbacher Volkshochschule Pilzexkursionen anbietet. Pohl: "Es gibt keine Regel oder keine Eselsbrücken. Bevor man etwas isst, muss ein Pilz-esser Grundkenntnisse besitzen. Dazu gehören eben die wichtigsten Speisepilze und ihre Doppelgänger."br /Die Pilzexperten schätzen, dass es von den Großpilzen ungefähr 5000 verschiedene Arten gibt, von den so genannten Hutstilpilzen sind es 2000 Arten. Davon seien ungefähr rund 120 Arten giftig und etwa zehn sehr giftig. Sturm: "Der Genuss dieser Pilze kann tödlich sein." Ein in unserer Region durchaus nicht selten vorkommener Giftpilz ist der Grüne Knollenblätterpilz. Eines seiner Gifte, Amanitin, befällt die Leber und führt zum Tod - weil oft zu viel Zeit vergeht bis Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Denn: Bei giftigen Pilzen treten Symptome erst am nächsten oder sogar nach zwei Tagen auf. Diesbezüglich hat Sturm doch noch eine Regel. "Tritt Übelkeit bereits unmittelbar nach dem Pilzverzehr auf, war der Pilz nicht besonders giftig. Ein bisschen Übelkeit und dann ist die Sache gegessen. Treten die Symptome viel später auf, ist es gefährlicher."br /Daher: Nur das essen, was man kennt, mahnen die Pilzkenner. Und das lernt man nur vom Fachmann. Sturm: "Nach einer Pilzexkursion können sich die Teilnehmer nicht mehr als zwei Pilze merken. Das reicht. Mit der nächsten Exkursion werden es dann wieder mehr." Es seien sowieso nur rund 100 Arten aller Pilze schmackhafte Speisepilze, der Rest schmecke einfach nicht. Gute Anfängerpilze und zudem schmackhaft seien die Pfifferlinge und die Maronen. Sein Hut hat einen Durchmesser von fünf bis zehn Zentimetern, ist in jungem Zustand zunächst halbkugelig, später unregelmäßig und polsterförmig. Meist ist der Hut mehr oder weniger kastanienbraun, heller rötlichbraun oder sogar olivbraun. Das sonst weißlich-gelbe Fleisch der Röhren verfärbt sich auf Druck blaugrün.br /Wo welche Pilz-Vorkommen am häufigsten vorkommen, können die Pilzexperten kaum sagen. Sturm: "Manche Pilzarten sind Jahrzehnte verschwunden und plötzlich tauchen sie wieder auf, weil Untergrund und Klima genau für sie zutrif

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