Massive Gewalt bei Blockupy-Protesten

Feuerwehr appelliert an Demonstranten: "Lasst uns unsere Arbeit machen"

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Frankfurt  - Angesichts der Welle der Gewalt bei den Blockupy-Protesten in Frankfurt hat die Feuerwehr die Demonstranten  aufgerufen, die Löscharbeiten nicht zu behindern. Das Blockupy-Bündnis hingegen kritisiert das Vorgehen der Polizei.

"Bitte lasst unsere Einsatzkräfte in Ruhe und ihre Arbeit machen", appellierte die Feuerwehr über den Kurznachrichtendienst Twitter. Im Frankfurter Ostend, wo die Europäische Zentralbank  (EZB) ihren Sitz hat, gab es kaum eine Straßenkreuzung, an der nicht Mülltonnen, Autoreifen oder Fahrzeuge brannten. Gewalttätige Demonstranten hatten nach Angaben der Polizei auch Feuerwehr und Straßenbahnen mit Steinen beworfen. Die Feuerwehr  sei dadurch am Löschen gehindert worden.

Vier Autos angezündet

Vier Autos sind in der Nacht vor den geplanten Blockupy-Protesten angezündet worden. Bei drei weiteren Autos wurden der Polizei zufolge Scheiben eingeschlagen. Die Beamten gehen von Brandstiftung aus. "Die Vermutung, dass ein Zusammenhang mit Blockupy besteht, liegt nahe", sagte ein Sprecher der Polizei in Frankfurt. Dennoch müsse erst ermittelt werden. In einem Tweet der Polizei hieß es: "Im Westend wurden vier Autos in Brand  gesteckt. Distanziert euch von Straftätern und unterstützt uns bei den Ermittlungen.#18m #m18." Mit dem Hashtag zum 18. März, dem Protesttag, stellte die Polizei damit einen Zusammenhang zu Blockupy her. Die Autos im Frankfurter Stadtteil Westend standen nach Angaben des Sprechers dicht beieinander.

"Bürgerkriegsszenario als Provokation begriffen"

Das kapitalismuskritische Bündnis Blockupy hingegen hat das Vorgehen der Frankfurter Polizei nach Ausschreitungen am Mittwochmorgen kritisiert. Die Polizei habe Teile der Demonstration angegriffen, sagte Blockupy-Sprecher Hendrik Wester. "Das ist nicht so, wie wir von Blockupy den Tag geplant haben. Aber man muss auch feststellen, dass offensichtlich das Bürgerkriegsszenario, was die Polizei da aufgemacht hat, (...) von vielen Leuten als Herausforderung und als Provokation begriffen worden ist." Das Bündnis hoffe aber, dass die Lage nicht weiter eskaliere. Nach Angaben der Polizei ist mindestens ein Polizist verletzt worden. Blockupy sprach von Tränengaseinsätzen der Polizei.

Am Vormittag um elf Uhr will die EZB ihre neue Zentrale - die sie bereits seit mehreren Monaten nutzt - mit einem kleinen Festakt offiziell eröffnen. Die Blockupy-Bewegung hatte schon seit längerem angekündigt, die Feier mit Blockaden und Aktionen des zivilen Ungehorsams verhindern zu wollen. Die Polizei rechnet im Tagesverlauf mit mindestens 10.000 Demonstranten. Am Nachmittag sind mehrere Demonstrationszüge geplant. dpa

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