Kommentar

Massaker in Las Vegas: Verluste durch Lobby-Wahn

Nach dem Massaker in Las Vegas wurde schnell der Hauptgrund für das Desaster ausgemacht. Die laschen Waffengesetze in den USA sorgen dafür, dass es immer wieder Komplett-Wahnsinnige wie den Vegas-Waffennarr gibt, die ihr Arsenal zum Einsatz bringen. Ein Kommentar von Axel Grysczyk

Und genauso schnell folgte in den vergangenen Tagen das Fazit: Daran wird sich nichts ändern, denn die Waffenlobby in den USA ist viel zu stark. Und dann wird gerne bei TV- und Zeitungskommentatoren so getan, als wären die USA extrem rückständig, weil sich die Politik nicht gegen die Lobbyvertreter durchsetzen kann. In Deutschland hat die Auto-Lobby einen ähnlichen Einfluss. Beim jüngsten Diesel-Gipfel wurde das Land Zeuge, wie sich die Politik nicht gegen die Auto-Lobby durchsetzen konnte.

Natürlich sind das zwei verschiedene Paar Schuhe. Trotzdem wird klar, welchen Einfluss die Lobby-Vertreter haben – ob in den USA, Deutschland oder sonstwo auf der Welt. Und dass das Problem der Lobbymacht nicht nur ein Problem der USA ist. 30.000 Tote pro Jahr durch den Einsatz von Schusswaffen in den USA – das ist ein getarnter Bürgerkrieg. Bei uns sind es erhebliche wirtschaftliche Schäden. Die Nähe zwischen Politik und Wirtschaft führte zu den großen Skandalen der letzten Wahlperiode. Neben dem Diesel-Abgasskandal ist da der Steuerbetrug durch Cum/Ex-Geschäfte. Bei den Cum/Ex-Steuerskandalen geht der Schaden für die öffentliche Hand in die Milliarden. Der Verlust an Vertrauen in die Politik und der daraus resultierende Schaden für die Demokratie ist immens.

Die Waffendiskussion beschäftigt die ganze USA. Auch Prominente wie Lady Gaga und Ariana Grande kritisieren die Regierung scharf. Entertainer Jimmy Kimmel war den Tränen nahe, als er strengere Gesetze forderte. 

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