Chancen auf ein besseres Leben

Martin Kasper kämpft mit "ChildAid" gegen Armut

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Auch eine Pilzzucht ist aus der Unterstützung von „ChildAid“ herangewachsen: Cathrin Cormann, Projektbetreuerin, lässt sich die richtige Pack-Technik für die Ballen zeigen.

Königstein – Raus aus dem Teufelskreis der Armut: Gemeinsam mit seiner Frau Brigitta hat Martin Kasper „ChildAid“ gegründet. Von Di rk Beutel

Die gemeinnützige Stiftung engagiert sich vor allem in Nordostindien und sorgt dafür, dass dort Kinder und Jugendliche Chancen auf ein besseres Leben bekommen.

Auch im Paradies kann es die Hölle auf Erden geben. Gerade erst im März ist Martin Kasper aus Nordostindien zurückgekehrt. Eine wunscherschönes Fleckchen Erde, das gleichzeitig zu den ärmsten Regionen der Welt gehört. Eine sensible Grenzregion, vor der das Auswärtige Amt wegen zahlreicher Unruhen warnt. Zum 16. Mal war Kasper am Fuße des Himalaya. Etwa 50 Projekte der „ChildAid“-Stiftung hat Kasper besucht, um sich persönlich von den Erfolgen und dem wirtschaftlichen Aufbau zu überzeugen. Dabei legte er um die 2000 Kilometer zurück.

Chance auf gute Zukunft

Das Ziel der Stiftung ist es, einer verlorenen Generation, der 13- bis 20-Jährigen, in mehr als 200 von „ChildAid“ geförderten Schulen, einen Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Neben Lesen, Schreiben und Rechnen sollen sie auch Kenntnisse in der Landwirtschaft und Medizin bekommen. Alles für ein besseres Leben. Und genau das ist Kaspers Credo: „Alle Kinder auf dieser Welt sollen die Chance auf eine gute Zukunft erhalten.“

„ChildAid“ arbeitet mit verschiedenen Netzwerk-Organisationen vor Ort zusammen, die die dortige Sprache sprechen und mit dem Kulturkreis vertraut sind. Wie etwa mit dem katholischen Männerorden der Salesianer. Deren Mitarbeiter sind es auch, die sich um die Vermittlung von Lehrern kümmern. Etwa 15.000 jungen Menschen konnten mit dem Prinzip Hilfe zur Selbsthilfe von der Straße geholt und neue Perspektiven eröffnet werden. Doch es gibt immer wieder Kinder und Jugendliche, die dennoch die Schule abbrechen und in die Städte abwandern. „Aber dort leben sie in Ghettos, müssen stehlen oder betteln“, sagt Kasper.

Nur als Gruppe erfolgreich

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Wandler zwischen den Welten

Entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg auf dem Land sind Genossenschaften, in denen sich Schreiner, Weber, Hühnerzüchter gemeinsam organisieren und einen lokalen Absatzmarkt bedienen. „Dort ist man nur in der Gruppe erfolgreich“, sagt Kasper. Problematisch seien dann wieder andere Punkte, wie veraltete Ausrüstung oder Gebäudestrukturen oder unzumutbare Zuliefererwege.

Gemeinsam mit seinen Mitstreitern will Kasper das Engagement von „ChildAid“ noch ausweiten. Projekte in Laos, Myanmar und Nepal seien geplant. Vorausgesetzt man finde, wie in Indien, verlässliche Partnerorganisationen, die die Hilfsprojekte vorantreiben. Doch wenngleich die Arbeit von „ChildAid“ in Indien allmählich Früchte trägt und staatliche Programme für den Schulbesuch langsam greifen, gibt es immer noch Tausende vernachlässigte Kinder auf der Straße. Mehr Informationen unter www.childaid.de.

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