Der Marsch der Schlampen

Frankfurt – Enge Tops und kurze Röcke: Immer wieder behaupten ewig gestrige Machos, dass Frauen durch aufreizende Kleidung Belästigungen oder gar Vergewaltigungen provozieren. Dagegen wehren sich Frankfurterinnen nun mit einem „Slutwalk“ - einer Demonstration der Schlampen. Von Mareike Palmy

Giuliano Pecere: „Zu kurz und zu eng geht gar nicht. Wenn ich Mädels sehe, die sich am helligten Tag zu sexy kleiden, wirkt das einfach billig.“

„Frauen sollten sich nicht wie Schlampen kleiden, um nicht vergewaltigt zu werden“: Mit diesen Worten hat ein kanadischer Polizist weltweit für Empörung gesorgt. Rund um den Globus haben mittlerweile tausende, beim Slutwalk, zu deutsch „Schlampendemo“, gegen diese Aussage protestiert. Ganz bewusst in aufreizender Kleidung.

Georgia Palaki: „Frauen sollten anziehen, was sie wollen. Ich trage auch Miniröcke tagsüber auf der Straße. Das ist keine Einladung zum Angrabschen.“

„Nein heißt nein“ lautet das Motto unter dem am Samstag, 13. August, Frankfurterinnen leicht bekleidet auf die Straße gehen. Ihr Marsch richtete sich gegen haltlosen Schuldzuweisungen an die Opfer. Gegen blöde Stammtischsprüche wie „Sie hat es doch nicht anders gewollt“.

„Jede Frau sollte das anziehen können, was sie will, ohne sich dafür rechtfertigen oder gar davon ausgehen zu müssen, Männer zu einer Vergewaltigung aufzufordern“, sagt Lauren Clair vom weltweiten Slutwalk-Organisationsteam.„Das Recht auf Selbstbestimmung soll im Mittelpunkt der Demo stehen. Wie sich die Teilnehmer dabei also letztendlich kleiden, bleibt jedem selbst überlassen“, fügt die 27-Jährige hinzu.

"Sexy oder nicht, wir müssen uns wehren"

Zwar würden Frauen häufig danach beurteilt, wie sie sich kleiden. Zugleich sei es aber falsch anzunehmen, dass ausschließlich Mädchen und Frauen in provozierenden Klamotten Opfer sexueller Belästigungen würden, so Organisatorin Clair. Sie stellt klar: „Das ist ein weltweites Problem und hat nichts mit der Klamotte zu tun. Sexy oder nicht, wir müssen uns wehren.“

Der Marsch beginnt um 15 Uhr und soll bis 18 Uhr dauern. Start ist am Frankfurter Kaisersack.

Der EXTRA TIPP hat bei seinen Lesern nachgefragt, was sie von aufreizenden Klamotten halten und wie sie niemals auf die Straße gehen würden.

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