Zahlen, um Leben zu retten – hat das Kuriosum bald ein Ende?

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Die Rettungsassistenten bei den Maltesern werden auch schon in ihrer Ausbildung bezahlt.

Taunus – Sie gehören zu den Ersten, die bei Unfällen, schweren Verletzungen oder bei einem Herzinfarkt zur Stelle sind. Die mehrere tausend Euro teure Ausbildung zu diesem Beruf haben die meisten von ihnen selbst finanziert. Die Malteser in der Region gehen einen anderen Weg. Von Norman Körtge

In zwei Wochen hat es Thomas Meudt geschafft. Dann ist der 22-Jährige ein voll ausgebildeter Rettungsassistent bei den Maltesern. Drei Jahre hat dies gedauert. Ein Jahr mehr, als der herkömmliche Ausbildungsweg. Aber dafür musste er die Ausbildung nicht selber zahlen und bekam stattdessen sogar ein monatliches Gehalt. „Ohne das Konzept der Malteser hätte ich mir die Ausbildung nicht leisten können“, stellt Meudt klar. Denn für diese müssen angehende Rettungsassistenten in der Regel zirka 4000 Euro selbst aufbringen und bekommen während der praktisch-theoretischen Ausbildung kein Gehalt. Erst während des anschließenden Pflichtpraktikums gibt’s Geld. Aus Erzählungen von anderen Kollegen, die die zweijährige Ausbildung bei anderen Rettungsdienstorganisationen durchlaufen haben, weiß er, dass diese entweder Kredite aufgenommen haben, massiv von den Eltern unterstützt wurden oder andere Finanzierungsmodelle in Anspruch nehmen mussten. „Wir wollten weg von dem Modell, dass die Leute Geld mitbringen müssen“, berichtet Holger Rädisch, Leiter Notfallvorsorge der Malteser im Bistum Limburg, der seinen Sitz in der Kelkheimer Geschäftsstelle hat. Seit 2001 bereits praktizieren die Malteser nun das dreijährige Konzept mit kompletter Übernahme der Ausbildungskosten plus monatlicher Vergütung. Mit Erfolg: An Bewerbern mangelt es nicht und die Qualität habe zugenommen, sagt Rädisch. Das liege auch daran, dass von Anfang an der Praxisteil im Rettungswagen höher sei. Und: „Unsere Leute sind bei anderen Hilfsorganisationen sehr gefragt“, so Rädisch. Dass die Ausbildungsqualität bei der dreijährigen Dauer besser wird, bestätigt Peter Weidmann vom DRK-Kreisverband Hochtaunus. Dort – im Gegensatz zum Bezirksverband Frankfurt – werden seit sechs Jahren die Rettungsassistenten drei Jahre ausgebildet. Mit Spannung blicken die Hilfsorganisationen auf eine Neuentwicklung. Vielleicht schon 2014 soll der Notfallsanitäter den Rettungsassistenten ablösen. Die Ausbildungsdauer dafür soll drei Jahre sein – und bezahlt werden.

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