Oberrad befürchtet den Verkehrs-Gau

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Die Bäume sind bereits gefällt. Ende Juli beginnen hier die Bauarbeiten für die Mainbrücke Ost. Im Hintergrund die Honsellbrücke

Frankfurt – Der Frankfurter Stadtteil Oberrad fürchtet den Verkehrs-Gau. Hintergrund ist der geplante Bau der Mainbrücke Ost und der jetzt schon völlig überlastete Kaiserlei-Kreisel. Unterstützung erhalten die Oberräder von Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider. Von Norman Körtge

Der Kaiserlei-Kreisel mal mit wenig Verkehr.

Jeden Morgen verfolgt Norbert Karl Scherlitz das gleiche Spiel. Autos, vor allem mit OF-Kennzeichen, kommen über die Offenbacher Landstraße nach Oberrad, biegen dann entweder in die Erbacher oder Brunnestraße ab, sammeln sich auf der Gräfendeichstraße, um anschließend über die Wasserhofstraße in Richtung Deutschherrnufer abzufließen. „So wird jeden Tag der überlastete Kaiserlei-Kreisel umfahren“, berichtet Scherlitz von der Interessengemeinschaft Neue Wasserhofstraße. Abends quält sich dann der Verkehr über die Wehrstraße und den im Umbau befindlichen Buchrainplatz zurück auf die Offenbacher Landstraße. Ob sich das ändern wird, wenn der Buchrainplatz Ende des Jahres umgestaltet und verkehrsberuhigter sein wird, bezweifelt er.

Denn mit der auch im Zuge des Baus des EZB-Wolkenkratzers auf dem Großmarktgelände geplanten Mainbrücke Ost, die über die Honsellbrücke das Ostend mit Sachsenhausen und Oberrad verbinden soll, befürchtet Scherlitz noch mehr „kolonnenartigen Schleichverkehr“ durch Oberrad. Dass die neue Brücke über den Planungsstand hinaus ist, beweisen nicht nur die schon gefällten Bäume auf der Südseite, sondern das auch der Baubeginn bereits für Ende Juli vorgesehen ist, wie das Verkehrsdezernat auf Anfrage bestätigt.

Verkehrskonzept gefordert

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Das ärgert Scherlitz, der schon lange von der Politik ein Verkehrskonzept fordert. Denn für ihn und seine Mitstreiter stand von Anfang an fest, dass es den Bau der Mainbrücke Ost nur geben darf, wenn gleichzeitig auch der Kaiserlei-Kreisel durch den Umbau in zwei Großkreuzungen mehr Autos durchschleusen kann. Genehmigte Pläne dafür gibt es, aber es fehlen die finanziellen Mittel. Zumindest habe es mit Planungsdezernent Edwin Schwarz und Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider mittlerweile ein Treffen in Wiesbaden mit Wirtschafts-Staatssekretär Steffen Saebisch wegen der Finanzierung gegeben. Schneider stellt am Freitag noch einmal klar, dass für ihn der Brückenbau und der Kaiserlei zusammengehören: „Das Paket ist nicht aufschnürrbar“, bekräftigt er. Schneider bezweifelt allerdings, dass bislang alle rechtlichen Vorgaben für den Brückenbau auch gegeben sind.

Deutlicher wird der Oberräder Norbert Karl Scherlitz: „Wir werden gnadenlos beobachten, ob die Politik ihre vor den Wahlen gemachten Versprechungen jetzt auch hält.“

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