Am Montag kommen zusätzlich etwa 1000 Flüchtlinge

Main-Taunus-Kreis ruft Katastrophenfall aus

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Einsatzkräfte der Oberurseler Feuerwehr errichten eine Flüchtlingsunterkunft in den Sporthallen der Erich-Kästner-Schule. 610 Menschen finden dort Platz.

Hofheim/Hattersheim/Oberursel – Im Main-Taunus-Kreis hat Landrat Michael Cyriax zu einer drastischen Maßnahme gegriffen. Derweil hat Oberursel bereits erste Flüchtlinge aufgenommen.

Der Main-Taunus-Kreis muss ab Montag bis zu 1000 Flüchtlinge in Notunterkünften aufnehmen. Die entsprechende Weisung des Landes Hessen war am Freitagmorgen eingegangen. Erstmals in der Geschichte des Kreises seit 1945 wurde der Katastrophenfall festgestellt. Untergebracht werden sollen die Flüchtlinge nun in der Ländcheshalle in Hofheim sowie in der städtischen Sporthalle am Karl-Eckel-Weg in Hattersheim. Auch Teile der angrenzenden Hattersheimer Stadthalle werden für Organisation, Essensausgabe oder medizinische Untersuchungen benötigt.

Genaue Zahl ist unbekannt

Die Vorbereitungen an den Standorten laufen bereits seit einigen Tagen und Wochen auf Hochtouren: Schutzböden und zusätzliche Wasserboiler müssen angeschafft sowie die Leitungen überprüft werden. Feldbetten müssen aufgestellt und weitere notwendigen Einrichtungen aufgebaut werden. Die fraglichen Gebäude sind ab sofort gesperrt. Um die Notunterkünfte werden Bauzäune gezogen, der Zutritt ist nur für Befugte erlaubt. Für den Schul- und Vereinssport sollen Ausweichplätze gefunden werden. „Das ist eine immense Herausforderung für den Kreis, für die Städte Hofheim und Hattersheim, für die Bürger und die haupt- und ehrenamtlichen Kräfte in der Betreuung“, sagte Landrat Michael Cyriax, Leiter des Katastrophenschutzes. Die genaue Zahl der nichtregistrierten Flüchtlinge und deren Identität seien dem Kreis nicht mitgeteilt worden.

Ob weitere Unterkünfte gebraucht werden ist unklar

Ebenfalls unklar ist, wie lange sie dort untergebracht sind und ob weitere Unterkünfte eingerichtet werden müssen. Bereits angekommen sind auch die ersten Flüchtlinge in der vom Hochtaunuskreis eingerichteten Notaufnahme in Sporthallen der Oberurseler Erich-Kästner-Schule. Diese bietet Platz für 610 Menschen. In der Nacht zu Donnerstag erreichten 194 Flüchtlinge die Notunterkunft am Bleibiskopf. Sie waren mit vier Bussen vom Mannheimer Hauptbahnhof angereist. Unter ihnen befinden sich 43 Minderjährige, acht von ihnen sind Kleinkinder unter vier Jahren. Die Menschen wurden nach einer ersten medizinischen Untersuchung mit Lebensmitteln versorgt. Parallel wird nach alternativen Unterbringungsmöglichkeiten in anderen Kommunen gesucht, um die Stadt Oberursel schnellstmöglich zu entlasten. red

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