Main-Kinzig-Kruizers fahren

Strand-Räder auch im Winter

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Die Main-Kinzig-Kruizers bei einer Pause.

Region Rhein-Main – Wenn Neil Ammersbach mit seinen Freunden in die Pedale tritt, wird es Sommer in ihren Herzen. Dann fahren die Main-Kinzig-Kruizers mit ihren Strand-Rädern auch durch das wintergraue Rhein-Main-Gebiet.  Von Christian Reinartz

„Unser Hobby hat das ganze Jahr Konjunktur“, sagt Neil Ammersbach. Der Mann aus Mainflingen ist Chef der Main-Kinzig-Kruizers, einem losen Zusammenschluss begeisterter Fans der Kult-Drahtesel aus dem sonnigen Kalifornien mit ihren dicken Reifen und überbreiten Sätteln. Zwar mache das Radeln im Sommer richtig Spaß, „aber bei Schnee und Eis zeigt sich eben, wer ein echter Cruiser-Fahrer ist“, sagt Ammersbach. Und das sind offenbar einige. Ein fester Kern hartgesottener Radler trifft sich auch in der kalten Jahreszeit regelmäßig, um lange Radtouren durch das Rhein-Main-Gebiet zu unternehmen. Highlight der Winter-Saison ist der Santa-Cruise, zu dem sogar befreundete Cruiser-Lenker aus ganz Deutschland anreisen, um in Zipfelmützen am Main entlang oder durch die Frankfurter City zu radeln.

Ganze Keller voll Beach-Cruiser

So sieht ein echter Cruiser aus.

Es ist eine eingeschworene Gemeinde mit noch wenigen Mitgliedern. „Nicht viele können nachvollziehen, warum manche von uns einen ganzen Keller voller Beach-Cruiser haben, die regelmäßig gefahren werden wollen“, sagt Ammersbach. „Aber für uns sind das Kultgegenstände, die wir tunen und verschönern.“ Da werdenteure Ersatzteile aus den USA bestellt oder alte Rahmen gekauft, neu lackiert und wieder montiert. Vorbild für die gemütlichen Zweiräder sind dabei oft Motorräder im Chopper-Stil. So manches Hinterrad der Main-Kinzig-Kruizers ist dabei so breit und dick, dass es sich nicht hinter einer echten Harley verstecken muss. „Die eigentliche Urform der Beachcruiser kommt aber aus den USA der 50er Jahre“, erklärt Ammersbach. „Damals haben die Surfer ihre Boards damit zum Strand gebracht.“ Und auch für Bonanza-Räder aus den 70ern haben die Cruiser-Fans ein Faible. Warum die Schmuckstücke im Winter nicht in der trockenen Garage gelassen werden, weiß der Kruizers-Chef. „Bei uns ist die Technik und der Lack nicht das wichtigste, sondern der Spaß am Fahren und das Treffen mit Freunden. Und die staunenden Blicke der Passanten. Darauf können wir doch nicht warten, bis der Winter vorbei ist.“ Wer mitfahren will, findet aufwww.mainkinzigkruizers.de die jeweils aktuellen Cruise-Termine.

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