Hohe Verluste

Hochwasser gefährdet Frankfurter Dönerboot

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Das Dönerboot ist wegen des Hochwassers wochenlang nicht zu erreichen gewesen.

Frankfurt – Im Osten Deutschlands hat das Hochwasser Dämme eingerissen, Häuser überflutet und ganze Existenzen weggeschwemmt. In Frankfurt entstanden keine größeren Schäden. Doch das beliebte Dönerboot von Ramiz Meral und die Primus Linie haben zu kämpfen. Von Angelika Pöppel

„Ich muss überlegen ob ich das Dönerboot weiterhin betreiben kann“, sagt Ramiz Meral, Besitzer von Meral‘s Imbiss in Frankfurt. Wegen des schlechten Frühlingswetters konnte er bisher kaum türkische Spezialitäten am Mainufer verkaufen. Zusammen mit den ersten Sonnenstrahlen kam dann auch noch das Hochwasser. Es herrscht Fahrverbot. „Bisher habe ich viel mehr ausgegeben als eingenommen“, sagt Meral.

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Seit zwei Wochen sitzt das Dönerboot fest

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Erst am Mittwoch stieg der Pegel sichtbar an. Bereits seit zwei Wochen sitzt das Dönerboot am Yachtclub fest. „Ich komme nicht zu meinem Boot“, sagt der Bootsbesitzer, der es einmal auf eigene Faust versuchte: „Ich wollte zum Boot schwimmen und nach der Stromleitung schauen, das war ganz schön gefährlich, denn ich habe die Strömung unterschätzt“, berichtet Meral. Nicht nur wirtschaftlich ist der Frankfurter betroffen, sondern auch emotional. „Ich fühle mich im Stich gelassen. Die Feuerwehr hat uns nicht geholfen. Wenigstens einen Steg zu den Booten hätte man provisorisch bauen können“, sagt sich der Gastronom. Schließlich sei das Dönerboot eine regelrechte Institution in Frankfurt und immer hoch gelobt worden.

30.000 Euro Verlust bei der Primus Linie

Ramiz Meral

Die Feuerwehr kann aber nicht helfen: „Das fällt nicht in unseren Zuständigkeitsbereich“, sagt Pressesprecher Andreas Mohn. Auch die Wasserschutzpolizei greift nur ein, wenn Personen in Gefahr sind.

Eine feste Institution sind auch die Schifffahrten mit der Primus Linie . Allein wegen des Hochwassers entstand ein Verlust von rund 30.000 Euro, sagt Geschäftsführer Anton Nauheimer. Das schlechte Wetter im April und Mai macht 2013 zu einem wirtschaftlich „extrem schlechten Jahr“. Zwar fahren einige Schiffe der Linie seit dem heutigen Samstag wieder, Nauheimer glaubt aber nicht daran, den Verlust im Sommer wieder reinholen zu können.

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