Stammzellen-Transplantation

Leukämiekranker Dieburger sucht Spender

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Wer rettet das Leben von Robert Z.? Das Foto mit seiner Schwester Katharina entstand zwei Wochen vor der Diagnose im Dezember. Am 12. Februar findet im „Zeitraum“ des Campus’ Dieburg eine Typisierungsaktion statt.

Dieburg  – Vergangenen Dezember wurde bei Robert Z. eine seltene Art von Lymphkrebs diagnostiziert. Doch es gibt eine Chance auf Heilung: Eine Stammzellen-Transplantation. Von Jens Dörr 

Familie und Freunde des 22-jährigen Studenten, die teils an der Hochschule Darmstadt (HDA) eingeschrieben sind, organisieren deshalb eine Typisierungsaktion. Um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, einen passenden Spender zu finden, lautet ihr großer Wunsch: Möglichst viele Menschen mögen sich am 12. Februar zwischen zwölf und 18 Uhr im „Zeitraum“ des Campus’ Dieburg – er ist „Außenstelle“ der HDA – eine Blut- oder Speichelprobe entnehmen lassen. Wird ein passender Spender gefunden, würde das womöglich Robert Z.’s Leben retten.

„Im Juli des vergangenen Jahres fing es bei ihm mit starken Rückenschmerzen an“, erzählt Katharina, die Schwester von Robert Z. „Zu dem Zeitpunkt wusste noch niemand, dass der Krebs schon seine Knochen im Rücken, Brustkorb und Halswirbel-Bereich angegriffen hatte.“ Erst im Dezember kam die schlimme Diagnose. „Damit hätte niemand gerechnet“, sagt die Schwester. „Schließlich ist er ein starker und optimistischer junger Mann, der gerade sein Studium angefangen hat. Doch wie wir alle wissen, kann Krebs – vor allem Leukämie – jeden zu jeder Zeit treffen.“

Typisierung erhöht Heilungschancen

Derzeit laufen bereits Versuche der Bekämpfung beziehungsweise Verlangsamung der Krankheit. Da der Krebs sehr selten und aggressiv ist, ist die Maßnahme derzeit eine Chemotherapie, die Katharina Z. als „sehr stark“ bezeichnet. „Seine Knochen, vor allem der Halswirbel-Bereich, wurden in den vergangenen Wochen leider noch weiter angegriffen. Bei einem Bruch wäre eine Querschnittlähmung die Folge.“ Zum Schutz vor einem Bruch müsse Robert Z. momentan ein Oberkörperkorsett tragen, welches ihn sehr einschränke. Wichtig nun: „Die Ärzte möchten, so schnell es geht, eine Stammzellentransplantation in die Behandlung einfließen lassen.“ Hier kämen die Dieburger – und natürlich auch alle Menschen aus der Umgebung – ins Spiel: Jeder gesunde Mensch ab 18 Jahren könne helfen. „Man muss sich nur bei DKMS, eine weltweite Datenbank für Knochenmark-Spenden, typisieren“, so Katharina Z., die hinzufügt: „Das Ganze dauert nicht lange, es ist lediglich eine Speichel- oder Blutprobe nötig. Wir hoffen, dass auch viele aus dem Raum Offenbach den Weg nach Dieburg finden. Jede zusätzliche Typisierung erhöht die Heilungschancen meines Bruders.“ Wer das aus zeitlichen oder anderen Gründen nicht bei der Aktion in Dieburg machen will oder kann, hat die Möglichkeit, es über die Internetseite www.dkms.de/de/spender-werden zu tun.

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„Gebt meinem Bruder und den anderen erkrankten Menschen die Kraft und Hoffnung, bald wieder ein normales Leben zu haben“, lautet der Appell von Katharina Z. Sie hebt noch einmal den kurzen, unkomplizierten Spendevorgang hervor: „Es geht um fünf Minuten – für ein ganzes Leben!“ Die Typisierungsaktion am 12. Februar wird begleitet vom Dieburger Verein Leukämie- und Lymphom-Hilfe in Hessen. Der Dieburger Holger Bassarek, Erster Vorsitzender, hatte Lymphatische Leukämie (Blutkrebs) und sprang dank einer Knochenmark-Transplantation dem Tod von der Schippe (wir berichteten).

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