Ein Luxus-Plätzchen für das Zuhause der Superreichen

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So ähnlich könnten die Luxus-Villen aussehen, die bald am „Kleinen Hetzel“ in Bad Soden entstehen.

Bad Soden – Wer am „Kleinen Hetzel“ wohnen möchte, muss mindestens 560.000 Euro übrig haben – allein für das Grundstück. Die Stadt Bad Soden preist sechs exklusive Villen-Grundstücke an. Luxus-Immobilienmakler Ghanem Ghezal ist sicher: Die werden schnell verkauft, denn Bad Soden ist angesagt. Von Julia Renner

Zwischen 709 und 1070 Quadratmeter groß sind die Grundstücke an der Elisabethenstraße. Doch nicht nur allein die Größe macht sie zum perfekten Standort für Luxushäuser. „Die besondere Lage, die oval angelegte Straße, die nur einseitig bebaut wird, der Grünzug und die zentrale Lage zur Stadt“, zählt Michael Serba, Leiter des Fachbereichs Bauen und Entwicklung, die besonderen Merkmale auf.

Für das kleinste Grundstück werden mindestens 567.200 Euro fällig, für das größte 856.000 Euro. Wer am meisten bietet, bekommt den Zuschlag. „Wir wollen möglichst viel verdienen“, sagt Serba. Er ist sich sicher: „Die Nachfrage ist da.“ Einige Interessenten hätten sich bereits bei der Stadt gemeldet, um Details nachzufragen.

Die Grundstücke werden ganz sicher verkauft“, sagt auch Immobilienmakler Ghanem Ghezal aus Eppstein, bekannt geworden durch die VOX-Sendung „mieten, kaufen, wohnen“. „Im Main-Taunus-Kreis ist Bad Soden im Moment die beliebteste Stadt.“ Die Lage der Grundstücke sei toll. Allerdings: „Meines Erachtens sind die Preise zu hoch“, sagt Ghezal. Leisten können sich das sicher einige Bänker, die aus Frankfurt raus ins Grüne ziehen wollen, glaubt der Makler. Die würden dann aber nicht nur für das Grundstück bis zu 800.000 Euro zahlen. Auch ein Haus würde wohl noch einmal so viel kosten.

Tennis- und Golfplatz nein, Pool ja

Wie das später aussehen darf, ist zumindest teilweise vorgeschrieben: Auf den sechs Flächen dürfen nur Einfamilienhäuser mit maximal zwei Geschossen entstehen, die Hausfront nicht länger als 50 Meter. Tennis- und Golfplatz sind übrigens nicht erlaubt, ein Pool dagegen durchaus schon, sagt Michael Serba.

Noch bis zum 13. Juli können wohlhabende Interessenten ein Angebot im Büro des Bürgermeisters abgeben – in einem versiegelten Umschlag. „Das soll sicherstellen, dass er nicht ohne weiteres geöffnet werden kann“, sagt Serba. Denn erst nach dem 13. Juli werden alle Angebote gesichtet und zwar in einer Magistratssitzung. „Wenn die Angebote dann zu niedrig sind, wird die Ausschreibung wiederholt.“ Ansonsten entscheiden die Stadtverordneten schließlich, wer den Zuschlag für die sechs Grundstücke bekommt.

Bevorzugt werden Bad Sodener Bürger nicht, sagt der Fachbereichsleiter. „Einen Kriterienkatalog gibt es nicht.“ Zumindest nicht für das Baugebiet „Kleiner Hetzel“.

Bald sollen Grundstücke am ehemaligen Reitplatz an der Kronberger Straße verkauft werden. Dann allerdings soll es wohl einen Kriterienkatalog geben. Wie der genau aussehen wird, steht noch nicht fest, sagt Serba.

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