Schon wieder

Luxus-Knacker schlachten weiter Autos im Rhein-Main-Gebiet aus

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Kein Tacho, keine Airbags, kein Navi, kein Lenkrad mehr – in diesem Fall brauchten Diebe keine 15 Minuten für das Ausschlachten dieses BMW 535 GT.

Region Rhein-Main – Erst vergangene Woche hatte der EXTRA TIPP über die superdreisten Autoaufbrecher berichtet. Jetzt haben die Ganoven schon wieder zugeschlagen. Und zwar gleich zehnmal. Von Axel Grysczyk

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Autoaufbruch: Das dauerte keine Viertelstunde

Sie haben es wieder getan. Erst in der vergangenen Woche berichtete der EXTRA TIPP von dreisten Autoaufbrechern in der Rödermark. Damals hatten sie innerhalb weniger Minuten das Cockpit eines Luxus-BMW zerlegt. Die Diebe entwenden die Instrumententafel, die Mittelkonsole, die Airbags, das Navi und sogar das Lenkrad. Geschätzter Schaden: 19.000 Euro. Kein Einzelfall. Bis zu diesem Zeitpunkt ist es in Rodgau und Rödermark der 22. Autoaufbruch mit solch fatalen Folgen gewesen. Andrea Ackermann von der Polizei Südosthessen: „Das ist keine Auffälligkeit, sondern die durchschnittliche monatliche Aufbruchszahl.“ Die Polizei schätzt, dass die Diebe in diesem Fall keine Viertelstunde für den professionellen Ausbau benötigten.

Damit nicht genug. Unbekannte haben am Sonntagabend vor einer Woche auf einem Parkplatz im Bereich Am Oberforsthaus (Wäldchestag-Gelände in Sachsenhausen) weitere zehn BMW aufgebrochen und neben zehn fest eingebauten Navigationssystemen samt der dazugehörigen Bedienelemente auch drei Lenkräder mit Airbag und einen Tacho erbeutet. Bei allen aufgebrochenen Fahrzeugen handelt es sich um BMW der X-Serie sowie der Dreier- und Fünfer-Serie. Der Gesamtschaden wird auf etwa 120.000 Euro geschätzt.

Täter treiben landesweit ihr Unwesen

Polizeisprecherin Virginie Wegner bestätigt, dass die Autos gezielt ausgesucht werden. Es sei aber ein landesweites Problem, aus allen Polizeipräsidien werden solche oder ähnliche Fälle gemeldet. Wegner: „Es sind aber nicht nur BMW, sondern auch andere Luxusautos betroffen.“

Beim Fahnden nach den Tätern hat die Polizei nur mäßigen Erfolg. Jeweils einen Erfolg aus der jüngeren Vergangenheit können sowohl Ackermann als auch Wegner aus ihren Bereichen vermelden. In beiden Fällen kamen die Täter aus Litauen.

Festnahme in Heddernheim

Erst in dieser Woche gelang der Polizei eine Festnahme in Heddernheim. Nach einem Hinweis nahm eine Zivilstreife in der Nacht zum Dienstag drei Litauer fest. In einem Stoffbeutel wurde ein Festeinbau-Navi aufgefunden. Dieses gehörte zu einem VW-Tiguan, der neben zwei BMW in einer nahen Straße parkte. Während es bei den BMW beim Versuch geblieben war, hatten die Täter bei dem VW das Navi ausgebaut und noch verschiedene Ladekabel mitgehen lassen.

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