Live-Operation: Schaben bis das Blut wieder fließt

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Zuschauer können am Montag eine OP mitverfolgen.

Bad Homburg – Am Montag, 21. November, wird eine Operation live aus dem OP der Bad Homburger Klinik ins Kurhaus übertragen. Während Oberärztin Maxi Hochrein das Skalpell schwingt, wird Dr. Sasa-Marcel Maksan, Chefarzt der Gefäßchirurgie, die Übertragung erläutern. Von Julia Renner

Dr. Sasa-Marcel Maksan, Chefarzt der Gefäßchirurgie.

Die Leistenschlagader des 67-jährigen Patienten ist verkalkt, der Blutfluss ist gehemmt, erste Hautverfärbungen gibt es bereits: Für Oberärztin Maxi Hochrein ist das am Montagabend die Ausgangssituation. Eine 0815-Operation ist das nicht. Dennoch, so sagt Chefarzt Maksan, werden während der OP keine Komplikationen erwartet.

Wenn die Chirurgin den Patienten aufschneidet, die Leistenschlagader freilegt und den Kalk ausschält, wird sie von rund 250 Menschen dabei beobachtet werden. Eine mobile Kamera und eine, die am OP-Tisch montiert ist, werden die Bilder aus dem sterilen Saal ins Kurhaus auf eine Leinwand übertragen. So können die Zuschauer nicht nur den Eingriff verfolgen, sondern auch sehen, was Chirurgen anziehen bei der Arbeit und wie es im OP-Saal aussieht. Eine Kamera im OP ist für Mediziner keine Seltenheit, schließlich wird häufig mit Hilfe von Kameratechnik operiert.

Etwa anderthalb Stunden wird es dauern, die Durchblutung des starken Rauchers wieder in Gang zu bringen. Was die Ärzte im Krankenhaus gerade warum machen, wird Maksan dem Publikum im Kurhaus erklären, sogar Fragen an die Ärztin können in die Klinik weitergeleitet werden.

100 Milliliter Blut werden fließen

Das Interesse an der noch relativ neuen Abteilung Gefäßchirurgie in Bad Homburg ist groß, sagt Sasa-Marcel Maksan. Oft sprechen er und seine Kollegen mit Interessierten. Weil manche wissen wollten, wie es denn im OP zugeht, entstand die Idee, einen Eingriff mal auf eine Leinwand zu übertragen. „Wir haben überlegt, was man zeigen kann.“ Schließlich soll niemand abgeschreckt werden. Viel Blut wird auch nicht fließen: Während der gesamten OP nur rund 100 Milliliter.

Mit dieser besonderen Veranstaltung soll die Öffentlichkeit vor allem aufgeklärt werden. Die Arbeit der Chirurgen soll transparent sein. Deshalb wird das auch nicht die letzte Operation sein, die die Hochtaunuskliniken live zeigen, verrät der gebürtige Offenbacher.

Die Operation wird so ablaufen wie jede andere auch, sagt er. „Der Patient wird nicht unnötig lange in Narkose gehalten.“ Und sollte es zu Komplikationen kommen, wird die Übertragung sofort unterbrochen.

Beginn der Veranstaltung im Bad Homburger Kurhaus ist um 19.30 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos.

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