Immer noch ein Kavaliersdelikt / Weniger Fälle registriert

Linksparken: Knöllchen für die falsche Seite

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Schnell, bequem, aber trotzdem verboten: Linksparken kommt oft in dicht besiedelten Vierteln vor.

Region Rhein-Main – Vor allem in dicht besiedelten Vierteln mit wenig Parkplätzen parken Autofahrer gerne mal auf der falschen Straßenseite. Das ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Ordnungswidrigkeit. Immerhin: In einigen Kommunen werden weniger solcher Fälle gezählt. Von Dirk Beutel

Für viele Autofahrer ist es immer noch ein Kavaliersdelikt, für das Ordnungsamt eine ganz klare Ordnungswidrigkeit: Das Linksparken. Vor allem in dicht besiedelten Stadtvierteln mit wenig Parkmöglichkeiten findet man zahlreiche Autos, die entgegen der Fahrtrichtung parken. Das spart Zeit, kostet aber Geld, wenn man dann auch noch erwischt wird.

Denn: Parken entgegen der Fahrtrichtung verstößt gegen die Straßenverkehrsordnung. Außer, es handelt sich um eine Einbahnstraße in der etwa Parkbuchten eingezeichnet sind. Jede Kommune geht unterschiedlich streng mit solchen Parkverstößen um. In der Regel droht ein Verwarnungsgeld in Höhe von mindestens 15 Euro.

Riskante Rangiermanöver sollen verhindert werden

Doch warum wird das Linksparken überhaupt geahndet? „Damit sollen vor allem das Überqueren der Fahrbahn und riskante Rangiermanöver mit dem Auto vermieden werden“, sagt Hannes Krämer, Rechtsexperte des Auto Club Europa: „Das gilt natürlich auch für das Ausparken, was nicht nur schwierig, sondern in erster Linie auch gefährlich ist.“

Nicht in jeder Kommune im Rhein-Main-Gebiet wird das ordnungswidrige Linksparken separat registriert. In Oberursel, Hofheim oder Langen werden diese Fälle zu den Halte- und Parkverstößen hinzugezählt, die dort zu den Spitzenreitern bei den Verkehrsvergehen zählen.

Das gilt auch für Frankfurt. Wobei dort das sogenannte Bewohnerparken die Hitliste anführt. Linksparker werden zudem in der Mainmetropole extra registriert. Und die Zahlen belegen, dass offenbar immer weniger auf die schnelle und bequeme Parkvariante setzen. So wurden vergangenes Jahr 2571 Linksparker erwischt.

Fallzahlen gehen zurück

Eine deutliche Verbesserung gegenüber den Vorjahren. Wie das Straßenverkehrsamt mitteilt, wurden 2013 3474, im Jahr davor 3252 Linksparker verwarnt. In Frankfurt selbst seien der Stadt keine Schwerpunkte bekannt, die als Linkspark-Hochburg gelten: „Als Beispiel kann jedoch der Alleenring mit seinen Wendekehren herangezogen werden, in denen öfters sowohl verbotswidrig rechts als auch links geparkt wird, obgleich diese Wendekehren als Teil einer Einmündung zu betrachten sind und deshalb keinen Fahrbahnrand darstellen, an dem geparkt werden dürfte“, heißt es aus dem Straßenverkehrsamt.

Und auch in der Nachbarkommune Neu-Isenburg gibt es immer weniger Linksparker: Waren es 2014 noch 164 Verstöße, wurden 2015 nur noch 142 Fälle gezählt.

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