Aus Liebe zu Hessen: Bembel als Trend-Marke

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Alexander Frost.

Frankfurt – Hochglanz-Werbeagenturen mit schicken Lounges und Edel-Einrichtung sind nichts für die Frankfurter Werbeagentur Bembel GmbH. Über Pflastersteine, an Äppelwoi-Kneipen vorbei und in ein altes Fachwerkhaus hinein müssen die gehen, die die Kreativen besuchen. Mit ihrem Markenzeichen, dem Bembel, bekennen sie ihre Liebe zur Region und ihre Bodenständigkeit. Von Jennifer Dreher

Neu aufgelegt als Frankfurt-Fan-Bembel oder Silber-Anhänger: Geschäftsführer Alexander Frost macht das hessische Markenzeichen zum Trend-Produkt. Er hat mit Heiko Winkler und Thorsten Hormann 2004 die Agentur in der Klappergasse gegründet.

„Wir wollten keine Hochglanz-Agentur sein, sondern bodenständig“, sagt er. Daher war schnell klar, was sie sich zur Eigenmarke machen: Den Bembel. Der ziert zum Beispiel als Glitzer-Diskokugel das eigene Gespritzte im Sechser-Pack, schlicht „Schobbe“ genannt.

Der Name ist Programm

Der Verkaufsschlage: Die "iGude"-Fußmatte.

Er bezeichnet sich selbst als Vorreiter, was die Werbung mit hessischen Symbolen und Texten angeht. „Damals wurden viele Leute gerade wegen dem Namen auf uns aufmerksam“, erinnert er sich. Von Anfang an war ihm und seinen Partnern klar, dass der Name Programm und Markenzeichen werden würde. Doch es dauerte zwei Jahre, bis es die ersten T-Shirts mit Bembel-Aufdruck gab.

Das ganze Team ist mit den Shirts in einen Club gegangen“, berichtet Frost. Die Nachfrage sei danach so groß gewesen, dass irgendwann ein eigener Internet-Shop her musste. Abseits der Bierkultur gäbe es in Deutschland nichts Vergleichbares wie die Apfelweinkultur, so der Agentur-Chef. Diese mache die Region so einzigartig.

Frost und seine Partner schützten sich den Namen Bembel

„Ich bin Lokalpatriot“, gesteht der Frankfurter. Bevor die Bembel GmbH mit ihren Produkten an den Markt gegangen sei, habe es meist einfache Schriftzüge oder eine Skyline gegeben, um sich zu Frankfurt zu bekennen. Das sei dem Kreativen zu plump. Eine neue Version des Bembel musste her.

„Wir waren sehr überrascht, dass der Name Bembel noch nicht geschützt ist.“, berichtet Frost. Das haben er und seine Partner schnell gemacht.

Mittlerweile gibt es in ihrem Internet-Shop (www.kaufrauscher.de) nicht nur Bembel-T-Shirts, sondern auch Schals, Postkarten, Kalender. Sogar die Eintracht-Edition einer Luxus-Uhr der Marke Sinn für 2.290 Euro vertreiben sie. „In allen unseren Produkten steckt viel Liebe und Leidenschaft“, sagt Frost.

Der Bembel ist eine dickbauchige Steingutkanne. Zwar wird er meist in Handarbeit im Westerwald hergestellt, im Einsatz ist er aber in südhessischen Gaststätten. Er hat eine Salzglasur in Blau- und Grautönen. Fehlen darf er nicht in den traditionellen Frankfurter Äppelwoi-Kneipen. Die meisten davon gibt es im Stadtteil Sachsenhausen.

Über Hessen hinaus bekannt wurde der Bembel durch die Fernsehsendung „Zum Blauen Bock“ mit Otto Höpfner und später Heinz Schenk, in der den Gästen der Sendung jeweils ein Bembel zur Erinnerung überreicht wurde.

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