Leid der Leitpfosten: Immer mehr knicken um

Kreis Offenbach - Sie werden von Randalierern umgetreten oder von flüchtenden Autofahrern liegen gelassen. Leitpfosten sind Freiwild auf den Straßen im Kreis Offenbach. Allein im Jahr 2007 sind 1100 schwarz-weiße Pfosten platt gemacht worden.

1000 Fälle davon sind ungeklärt.

Stefan Hodes, Sprecher des Landesamtes für Straßen und Verkehrswesen in Wiesbaden, kann nur 100 Leitpfosten zu Unfällen im Kreis Offenbach zuordnen. Der Rest sei ein Opfer von Randale und Fahrerflucht. Hodes: "Wir ermitteln nicht, wenn einer umliegt. Wennâ??s keinen Unfall gegeben hat, wissen wir in der Regel nicht, warum der Pfosten aus der Halterung rausgerissen wurde."

Trotzdem sind alle 1100 Pfosten im vergangenen Jahr wieder aufgestellt worden. Pro Leitpfosten-Aufstellung werden 56 Euro fällig. Kosten insgesamt: über 61.000 Euro. Dabei liegt der Materialwert eines Pfostens bei rund zehn Euro. Rausfahren und aufstellen machen den Rest der Kosten aus.

Wer auf dem Stadtgebiet Offenbach einen Pfosten umnietet, verursacht sogar noch höhere Kosten. Nach Auskunft von Christian Loose vom kaufmännischen Projektmanagement der ESO kostet ein Offenbacher Pfosten 83 Euro und ist somit fast 30 Euro teurer als ein Kreispfosten. 60 der schwarz-weißen Begrenzungspfähle haben die Offenbacher im vergangenen Jahr neu aufstellen müssen. Rund 5000 Euro sind auch hier fällig gewesen.

Viele Experten wundern sich: Denn eigentlich sollte die Zahl der umgeknickten Leitpfosten aufgrund der vergangenen milden Winter abnehmen. Schließlich hat die Zahl der Rutschpartien auf glatter Fahrbahn abgenommen. Und diese Rutschpartien endeten oft mit einem umgeknickten Leitpfosten. agk

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