Sie lehren das Chinesisch der Oldtimer-Rallyes

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Auf Genauigkeit bei Geschwindigkeit und Zeit kommt es an.

Dietzenbach – Bei Michael Wiring im Auto liest seine Frau Heike die Karte. Seit viele Jahren navigiert sich das Ehepaar aus Dietzenbach erfolgreich durch Oldtimer-Rallyes in Europa, organisiert selbst die renommierte Taunus-Trophy und bietet nun Einsteigerkurse für Rallye-Neulinge an. Von Christian Reinartz

Auf Genauigkeit bei Geschwindigkeit und Zeit kommt es an.

Wenn Michael Wiring den Zündschlüssel seines knallroten Triumphs TR3 dreht heulen 40 Jahre Automobilgeschichte auf. Mit seinem Klassiker hat der Kaufmann aus Dietzenbach schon hunderte Rallys in ganz Deutschland und Europa bestritten. Immer auf dem Beifahrersitz: Seine Frau Heike. Sie hat es beim Kartenlesen zur Meisterschaft gebracht. Viele Pokale und Trophäen hat das den Wirings schon eingebracht.

Ein eingespieltes Team

Die Begeisterung der beiden für den klassischen Rallye-Sport mit Oldtimern geht so weit, dass sie die mittlerweile deutschlandweit beachtete Taunus-Trophy ins Leben gerufen haben. An der Fahrt durch das hessische Mittelgebirge nehmen Oldtimer-Fans aus ganz Deutschland teil.

Ihr Wissen und ihre Erfahrung wollen die beiden an andere weitergeben. Und zwar während einer so genannten Aha-Rallye, bei der der Name Programm ist. „Wir erklären auf der zweitägigen Tour, auf was es beim klassischen Rallye-Sport ankommt“, sagt Michael Wiring.

Pokale und Trophäen schmücken das Wohnzimmer

Michael und Heike Wiring sind auf ihrem Triumph TR3 ein eingespieltes Rallye-Team. Jetzt wollen beide ihr Wissen vermitteln. Sie lehren das Chinesisch der Oldtimer-Rallyes

Einfach ist das nicht. Denn nicht nur Strecken auf der Landkarte müssen akkurat abgefahren werden. Auf die Teilnehmer warten kniffelige „Chinesen“. Diese Strichgebilde erinnern an fernöstliche Schriftzeichen und zeigen einen Straßenverlauf, der beim Rallye-Fahren erkannt werden muss. Wer sie falsch entschlüsselt, verfährt sich. Dazu kommen Zeitnahmen und Gleichmäßigkeitsprüfungen. „Die meisten Menschen glauben gar nicht, wie schwer es ist, auf einer Strecke exakt 40 zu fahren“, erklärt Wiring, der das Gaspedal tritt: „Dazu muss man sein Auto sehr genau kennen.“ Ohne metergenaue Distanzzähler am Fahrzeug sei man aufgeschmissen.
Wer die Aha-Rallye absolviert, hat danach das Rüstzeug, um an richtigen Rallyes teilzunehmen. „Und hat ganz nebenbei ein tolles Wochenende verbracht.“ Die Kosten für die Teilnahme mit Fahrer und Beifahrer kostet 340 Euro und beinhaltet Verpflegung, eine Weinprobe und viele andere Überraschungen.

Die Wirings setzten sich für den Rallye-Sport ein

Warum Michael und Heike Wirings sich so für die Verbreitung des Rallye-Sports einsetzen, begründen die beiden aber nicht nur mit der Begeisterung für blinkende Oldtimer. „Solche Rallyes, aber auch gemeinsame Ausfahrten sind eine unglaublich gesellige Sache“, schwärmt Heike Wiring. Sie und ihr Mann schätzen vor allem die kulinarischen Entdeckungen, die sie bei ihren Touren immer wieder machen. „Wir haben schon so viele Schöne Momente erlebt und dabei jedesmal neue Freunde gefunden, die unser Hobby teilen.“

Infos zur Aha-Rallye vom 18. – 20. Juni gibt‘s unter

http://www.automobile-freizeit.de.

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