Leere Gassen und leere Kassen

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Ein Pärchen schlendert durch eine leere Gasse auf dem Frankfurter Weihnachtsmarkt.

Frankfurt – Buntes Treiben auf dem berühmten Frankfurter Weihnachtsmarkt sieht anders aus. Nach knapp zwei Wochen ziehen die Budenbesitzer in Frankfurt Bilanz: Es kommen spürbar weniger Besucher. Vielen Standbesitzern bricht damit die Haupteinnahmequelle ein. Von Angelika Pöppel

„Die Bombendrohung war tödlich“, sagt Budenbesitzer Klaus Müller. Die Panikmache habe ihm das Geschäft vermiest. Er sieht das deutlich weniger Besucher auf den Weihnachtsmarkt kommen, als noch im Jahr zuvor. Sonst schieben sich die Besucher wie eine Traube durch die Gassen. In diesem Jahr herrscht Beinfreiheit. So schlimm sei es noch nie gewesen. „Die Terrordrohung und die Präsenz der Polizei schrecken die Besucher ab“, sagt der 62-Jährige. Mit dem kalten Wetter habe das nichts zu tun, glaubt er. Seit 32 Jahren steht er alle Jahre wieder mit seinem Wagen auf dem Frankfurter Weihnachtsmarkt. Er verkauft Holzspielzeug, dass er allein in seiner eigenen Werkstatt herstellt – von Februar bis Mai. „Ich brauche das Weihnachtsgeschäft“, betont Müller.

Viele Busreisen wurden abgesagt

Petra Roie verkauft kandierte Früchte auf dem Weihnachtsmarkt in Frankfurt.


Auch Petra Roie ist enttäuscht: „Ich glaube nicht, dass noch mehr Besucher kommen.“ Sie verkauft Zuckerwatte, kandierte Früchte und Popcorn mit der ganzen Familie. Alle helfen mit. „Anders geht es gar nicht mehr“, sagt sie. Doch in diesem Jahr sei es besonders hart. Die ohnehin hohen Preise will sie nicht weiter erhöhen: „Ich kann nicht die wenigen Besucher dafür bluten lassen, dass viele nicht kommen.“ Auch viele Busfahrten, vor allem aus dem Ausland, wurden abgesagt, da sie die Plätze nicht mehr voll bekommen, erklärt die 44-Jährige. Petra Roie sieht den Grund dafür auch in der Angst der Besucher vor Anschlägen.

„Busreisen wurden gestrichen, weil Reisende gefehlt haben“, sagt auch Ursula Leik, Geschäftsführerin der Leik Lichthäuser auf dem Weihnachtsmarkt. Auch sie vermutet hinter den schlechten Besucherzahlen die Angst vor Terrorangriffen, vor allem bei ausländischen Besuchern.

Die Veranstalter schieben die schlechten Zahlen auf das Wetter. In einem stimmt Ines Vey von der Tourismus GmbH den Standbesitzern zu: „Es wird kein Rekordjahr.“

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