Von Lederjacken und Gewinnen

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Polizei-Oberkommissar Alexander Schad klärt über Betrugs-Maschen auf und gibt Sicherheitstipps.

Taunus – 980,07 Euro in bar und ein Artikel im Wert von 162,90 Euro, dazu noch ein Frühstück. Das soll es am Donnerstag, 25. August, in der Zweigstelle eines Finanzdienstleisters nahe Oberursel geben. Solche Gewinnbenachrichtigungen landeten in jetzt in vielen Briefkästen im Taunus, meist bei Senioren.  Von Norman Körtge

„Ältere Menschen wollen oft etwas erleben und freuen sich dann über solche persönlich gehaltenen Briefe“, berichtet Monika Müller vom Betrugskomissariat in Bad Homburg. Gerade deswegen sind sie oft empfänglich für so genannte Kaffeefahrten oder andere Vergnügungstreffen. Zwar dürfen nicht alle Angebote über einen Kamm geschert werden, meint Müller, allerdings sind es meist getarnte Verkaufsveranstaltungen. Hinzu komme, dass die Veranstalter rhetorisch sehr gut geschult sind und einen regelrecht belatschern. Und da ältere Menschen höflich sind und es ihnen oft schwer fällt Widerspruch zu leisten, kaufen sie dann. „Dabei ist das einzig Richtige: Nein sagen und nichts kaufen“, so Müller.

Generell gelte, gerade wie bei den im Taunus verschickten Gewinnbenachrichtigungen: Niemand verschenkt einfach so Geld oder Waren.

Ausriss aus der Gewinnbenachrichtigung.

Bei einer andere Masche, werden ebenfalls vornehmlich Senioren auf der Straße in ein Gespräch verwickelt und vorgetäuscht, man sei ein entfernter Verwandter. Man unterhält sich über einen weiteren, weit weg lebenden vermeintlichen Verwandten, der Gestorben sei und man unbedingt zur Beerdigung reisen möchte, aber kein Geld habe. Aber aus Freude über das zufällige Wiedersehen möchte der Unbekannte dann dem Senior eine hochwertige Lederjacke schenken, mit der er selbst nichts anfangen könne. „Und allzu oft zückt dann der Passant das Portemonnaie und gibt 50 oder 100 Euro“, berichtet Monika Müller. Natürlich habe die Jacke so gut wie keinen Wert.

Beliebte Masche Enkeltrick

Um weit höhere Beträge gehe es beim so genannten Enkeltrick, vor dem die Polizei immer wieder warnt. Hier beginnt alles mit einem Anruf und der Frage: „Weißt du wer dran ist?“ Der Angerufene rätselt und sagt Namen. Doch genau damit frage der Betrüger die Rentnerin aus, bevor er berichtet, dass er ganz dringend und sofort Geld benötigt und er einen Vertrauten vorbei schicken würde. „Immer, wenn etwas ganz schnell und unter Zeitdruck passieren muss, sollte man misstrauisch werden“, rät die Polizeikommissarin. Bei solchen Anrufen einfach auflegen oder sofort die Polizei informieren, ergänzt Müller. Weitere Sicherheitstipps gibt‘s bei den Polizei-Beratungsstellen in Bad Homburg, Telefon (06172) 120-0, und in Hofheim Telefon  (06192) 2079-0.

 

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